Artikel
Expertenmeinung, Kommentare & Analysen, Kommunisten

IN DER RUINE WIRD MIT DEN KOMMUNISTEN SCHLUSS GEMACHT

IN DER RUINE WIRD MIT DEN KOMMUNISTEN SCHLUSS GEMACHT

von Alexander Demetrius
übersetzt von MATUTINSGROUP

kartav

Segodnia.ru, 24. Juli 2015 – 22:33 Uhr.-   Die Degeneriertheit der Realitäten in der Ukraine übertrifft jedes Ausmaß. Ein paranoiden okkupierenden Gouverneur setzt man ein, eine Bandenkriminalität mit Granatwerfern wird als banaler Hooliganismus ausgewiesen, und jetzt wird die Teilnahme von Parteien mit linksgerichteter Ideologie an den Wahlen verboten.

Wahrscheinlich ist die Junta in Kiew einzig beim Kampf gegen die sowjetische Vergangenheit erfolgreich. Möge sie keine Erinnerungen an jene Tage zurücklassen, als in den Fabriken gearbeitet wurde, die Felder bestellt wurden, und der Wohlstand des Volkes von Jahr zu Jahr wuchs. Denn der Winter kommt heran, mit Hunger und Kälte. Das Volk in seiner Sorge könnte rasch beginnen, sich an die Goldenen Zeiten zu erinnern.

Sogar die mit Mosaiken und Reliefs mit Furnieren ausgestatteten Denkmäler sind niedergerissen worden. Die Strassen wurden umbenannt. Mit einem Wort, grob ausgelöscht wurde alles, was mit jenem Zeitalter in Verbindung gestanden hat. Aber am wichtigsten ist dabei, dass nicht jene an der Macht stehen, deren Ideologie mit dem sozialen Protest harmonieren würde.

Genau dafür erliess die Regierung die Verordnung über das Verbot der Kommunistischen Partei der Ukraine (KPU) sowie der beiden anderen politischen Parteien ähnlicher Ausrichtung, der Kommunistischen Partei der Ukraine (erneuert) und der Kommunistischen Partei der Arbeiter und Bauern (ukrainische Abkürzung – CPRSI), bei den Kommunalwahlen in diesem Herbst teilzunehmen. Bisher war dies diesen Parteien nicht verboten gewesen. Ihre Tätigkeit wird im Justizministerium und vor den Gerichtsinstanzen derzeit bewertet.

Das Problem bei all dem ist, dass sich der so laute Beschluss über den Kampf gegen die Kommunisten für die Junta als ein Schuss ins Leere erwies. Seit den Jahren der Unabhängigkeit verloren die Linksparteien langsam aber sicher an Ansehen. Zwischen ihnen lief ständig ein Kampf ab, innerhalb von ihnen bekämpften sich Fraktionen. Nicht umsonst sind heute unter das Verbot der Teilnahme an den Wahlen sofort drei (!) ukrainische kommunistischen Parteien geraten.

Vor 15 Jahren waren die Linksparteien durch solche Fraktionen in der Werchowna Rada vertreten wie die Sozialisten (mit ihrem Anführer Olexandr Moros), den fortschrittlichen Sozialisten („Witrenko-Anhänger, benannt nach ihrer Parteichefin Natalja Witrenko), und die Kommunisten. Sie hatten ihre eigenen, ideologisch ausgerichteten und disziplinierten Wählergruppen neben ihren Abgeordnetengruppen in den rangniederen Räten.

Moros und seine Partei ging daran zugrunde, dass er mit der Timoschenko zu flirten begann. Und in den Tagen der „orangenen“ Ereignisse unterstützte er Viktor Juschtschenko. Dies trieb die Wähler weg von dieser Partei, vor allem im Südosten. Etwas später kippten sie die Parlamentsmehrheit zugunsten der Regionalen, was ihre Wählerschaft in den westlichen und zentralen Regionen ihnen nie verzieh. Daher war die Wahl vom Herbst 2007 die politische Beerdigung für die Sozialisten.

Kein geringerer Erfolg erfreute auch die fortschrittlichen Sozialisten. Beim Maidan von 2004 war Natalja Witrenko einer der Hauptkämpfer gegen Juschtschenko und seine Speichellecker aus der Bandera-Ecke. Aber anschliessend begann sie mit den Regionalen zu spielen, die es liebten, ihren Verbündeten alle Trümphe zu nehmen und sie mit nichts davon ziehen zu lassen.

Genauso agierte auch der Parteiführer Pjotr Simonenko. Er führte die kommunistische Partei faktisch als „Anhängsel“ der Partei der Regionen. Zumindest verkündete diese Partei ihre Absicht, den Kampf gegen die Oligarchen zu führen. Aber mehr als gute Absichtserklärungen bewegte sie nicht. Und gleichzeitig war sie das Nest, in welches die Neureichen ihre Eier legten.

Was die KPU (erneuert) und die KP der Arbeiter und Bauern anbelangt, so waren diese politischen Projekte Totgeburten. Nicht einmal ich kann mich erinnern, ob ihre Kandidaten jemals in irgendeinen Gemeinderat einer Provinz oder eines Dorfes einzogen, ganz zu schweigen von den repräsentativeren Machtorganen.

Das Anbiedern bei der Partei der Regionen trug von Jahr zu Jahr weiter zur Schwächung der Linken bei. Und als der „Euromaidan“ ablief, fand Simonenko selbst keine ernstzunehmende Zahl an Unterstützern mehr in der Gesellschaft. Und seiner Fraktion im Parlament entzogen die „Usurpatoren“ einfach die Stimmzettel, so wurden sie „k.o. geschlagen“.

Die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen 2014 waren der Schwanen-Abgesang für die KP der Ukraine. Jetzt ist diese Partei endgültig im Hintertreffen und verliert die letzten Pfunde ihres einstigen Gewichts.

Irgendeine wirkliche Gefahr für die Junta stellen die Kommunisten heutzutage überhaupt nicht dar. Aber das Bandera-Regime versucht, mit ihnen völlig Schluss zu machen. Weil die Nazis sehr gut begreifen, dass die Chance zur Revanche nicht mal jenem Gegner zugestanden werden sollte, welchem sie den Todesstoss nicht versetzt haben.

http://www.segodnia.ru/content/163972

Advertisements

Diskussionen

Es gibt noch keine Kommentare.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Archiv

Eine Chronik der Ereignisse

Juli 2015
M D M D F S S
« Jun   Aug »
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031  
Follow SLAVYANGRAD.de on WordPress.com

Gib hier Deine Email ein um uns zu folgen und per Email über neue Beiträge informiert zu werden.

Schließe dich 16.971 Followern an

Frühere Beiträge

Statistik

  • 68,605 hits
%d Bloggern gefällt das: