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„Wir sind zu Mosgowoj gekommen, um für den Sozialismus zu kämpfen“

Interview des Autors von „ukraine.ru“, Alexander Tschalenko, mit einem Kämpfer aus der Brigade „Prisrak“, welcher erzählt, warum er nach Neurussland gekommen ist,- der über die europäischen Linken erzählt, welche nach Altschewsk gekommen sind.

Der italienische Freiwillige „Ivan“: „Wir sind zu Mosgowoj gekommen, um für den Sozialismus zu kämpfen“

übersetzt von MATUTINGSGROUP

rusvesna.su, 25. Juli 2015 – 16:09 Uhr.-   

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Frage: Warum sind Sie nach Neurussland in den Krieg gekommen?

„Ivan“: In Italien hatte ich einen guten Arbeitsplatz, gute Freunde, usw. Aber, offen gesagt, nur für sich selbst zu leben, das ist irgendwie unmenschlich.

So entschloss ich mich, nach Neurussland zu reisen, die westliche Aggression stoppen zu helfen, denn ich erfuhr die Wahrheit über diesen Konflikt. Fragen Sie mich, wie ich die richtige Information herausfand?

Ich antworte: alles, was man braucht, ist das Internet. Alles ist einfach und klar. Sofort offenkundig, und zwar wer das Opfer und wer der Aggressor ist. Aber ich kann nicht sagen, dass ich so glücklich über die von den staatlichen Medien verbreitete „russische Propaganda“ war. Ich fand, dass ich Information für mich selbst brauchte. Über das Internet, Journalisten, Freischaffende usw.

Dann entschloss ich mich vor einem Jahr, wartete aber darauf, eine militärische Einheit zu finden, in der mir Gleichgesinnte den Dienst verrichten. Über das Internet fand ich einige Interviews mit dem Kommissar der Brigade „Prisrak“, Alexej Markow.

Ich mochte ihn von Anfang an, er schien mir ein echter Führungsmensch zu sein. Und dann, als ich hier ankam und unter seinem Kommando den Dienst zu verrichten begann, da ist er in meinen Augen nicht nur der Kommissar gewesen, sondern ein echter Held. Ich meine, dass die moderne Welt solche Führungsleute braucht, die menschlich, intelligent, bescheiden sind. Somit packte ich meinen Rucksack und setzte mich in ein Flugzeug, dann in einen Bus, dann in einen anderen Bus und bin jetzt hier.

Frage: Haben Sie sich der Einheit von Mosgowoj mit einer bestimmten Absicht angeschlossen?

„Ivan“: Wie ich sagte, hatte ich mich für die Brigade „Prisrak“ vor allem wegen Alexej Markow entschieden. Dann traf ich natürlich auf den Kommandeur Mosgowoj, der aber umgebracht worden ist.

Frage: Warum schliessen sich gegenwärtig alle diese in den Donbasskrieg reisenden „europäischen Linken“ Mosgowoj an?

„Ivan“: Beispielsweise kamen viele Aktive aus Italien und Spanien. Sie stiessen auf neue Berichte über Alexej Markow und Pjotr Birjukow „Arkaditsch“ und ihre Einheit kommunistischer Freiwilliger. Als sie hier eintrafen, trafen sie sich nicht nur mit unserem Kommissar, sondern auch mit Kommandeur Mosgowoj.

Wissen Sie, viele und zugleich nicht zuviele gegen die linken Aktivisten eingestellten Leute waren hirngewaschen und führten Kampagnen gegen ihn, weil er nach ihren Worten ein Diktator, ein Chauvinist, ein Militarist wäre. Anfänglich war die Linke ängstlich. Aber dann liess Mosgowoj die Aktiven zeigen, wofür sich die Kämpfer der Brigade „Prisrak“ in Altschewsk derzeit engagieren.

Sie sahen die kollektiv betriebenen Farmbetriebe. Sie sahen die Speisesäle für die armen Sozialfälle. Und sie begriffen, was für ein charmanter und freundlicher Mensch Mosgowoj war. Und dann sagten sie: „Was wir hier gesehen haben, ist soziale Gerechtigkeit. Das ist ein grossartiges Vorhaben. Und dies ist ein Führer, der im Konflikt Gutes tun kann.“ Sie meinten, dass das Volk hier für den Sozialismus derzeit kämpft. Und sie hängten ihr Schicksal an Mosgowoj und das Kollektiv der Brigade „Prisrak“.

Frage: So weit ich weiss, sind Sie Kommunist. Was haben Sie in Italien gemacht, bevor Sie in den Donbass reisten?

„Ivan“: Aus Sicherheitsgründen kann ich nicht ins Detail gehen. Aber ich kann sagen, das ich aktiv in der kommunistischen Bewegung gewesen bin und am politischen Kampf für die Neuformierung und Sammlung der Kräfte für den Kommunismus teilgenommen habe. In meinem Land sind diese Kräfte derzeit zersplittert.

Frage: Beschreiben Sie Ihren ersten Kampfeinsatz.

„Ivan“: Das war vor langer Zeit. Wir führten eine Säuberungsaktion nahe dem Dorf Donezk durch, weil die Aufklärung gemeldet hatte, dass dort ukrainische Truppenangehörige sind. Wir fanden dort keine Truppenangehörigen, aber in Tarnuniformen und gefechtsbereit lagen wir im Gras, das hielt ich durch.

Sie wissen ja, dass wir westliches Volk nicht an Krieg gewöhnt sind. Ich griff erstmals hier zu den Waffen. Tja, und ich mag Krieg überhaupt nicht. Dennoch, nach der Klärung der Lage in Debalzewo war es in der Volksrepublik Lugansk „ruhig“. Und zwar in dem Sinn, dass es keine grösseren Angriffe gab. Wissen Sie, den Worten unseres Kommissars zufolge geht in diesem Krieg alles um die Waffen.

Unser Freund „Soja“ erzählte gestern eine lustige Sache. „Artilleriekrieg ist Götterkrieg.“ Unsere Hauptaufgabe in diesem Krieg sind Streifengänge, Schutz, Beobachtung, sich nicht dem Gegner auszusetzen und zu hoffen, dass Dich nicht binnen Sekunden ein Geschoss zerfetzt.

Auf Erkundung gehen nur die erfahrensten und härtesten Kämpfer. Sie versuchen, Minen aufzuspüren und neue Stellungen der ukrainischen Truppen auszukundschaften. Sie sind die wahren Helden in diesem Konflikt. Und natürlich riskieren sie ihr Leben täglich in riskanten Situationen und zählen zur Mehrheit unserer gefallenen Genossen.

Frage: Welchen Eindruck hat der Donbass auf Sie gemacht? Was gefällt Ihnen hier, und was nicht? Was denken Sie über das im Donbass lebende Volk?

„Ivan“: Ich kam erstmals in eine der Republiken der früheren Sowjetunion. Mich freut die Gastfreundschaft dieses Volkes. Ich mag das Essen hier und diese schwierige, aber schöne Sprache, die ich täglich zu erlernen versuche.

Ich denke, dass ich bereit bin, für dieses Volk zu sterben. Für mich ist der Gedanke unerträglich, dass unsere jungen Köche „Bogdan“ und „Panther“ im Geschosshagel umkommen könnten. Und so geht es mir bei all diesen schönen Menschen, mit denen ich hier Seite an Seite lebe.

Was das hier für Plätze sind! … Wissen Sie, manchmal bin ich traurig beim Anblick der Denkmäler und der Gebäude, die aus dem sowjetischen Zeitalter herrühren. Mir geht der Gedanke durch den Kopf, was wir, die Kommunisten, mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion alles verloren haben.

Sie schauen mich an wie Geister aus vergangenen Zeitaltern. Aber mir scheint es, dass einiges von ihrem Erbe noch bis jetzt lebendig ist. Es ist bei vielen in der Zivilbevölkerung und natürlich bei den Kämpfern wie mir der „Kollektivgeist“ vorhanden, dass wir etwas ähnlich der Sowjetunion aufbauen wollen.

Frage: Erzählen Sie uns von den Italienern, die nach Neurussland in den Krieg gekommen sind. Wer sind sie, und warum sind sie hier?

„Ivan“: Eine Menge von ihnen, und zwar in dem Sinn eine Menge, wenn es mit den anderen Ländern verglichen wird, wo wir Italiener und Spaniern unter den Europäern die aktivsten sind.

Zum Beispiel, in unserer Abteilung aus kommunistischen Freiwilligen gibt es „Bosambo“ und „Nemo“, die früher solche Leute wie „Ludwig“ und andere waren und ihre wirklichen Namen verheimlichen.

Sie sind aus einem und demselben Grund hier: Sie wollen, soviel sie können, diesem Volk helfen und, etwas aufbauen, was sich von der westlichen Welt völlig unterscheidet, die fortsetzt, den ganzen Planeten zu erobern.

Frage: Was denken Sie über die „Roten Brigaden“? Kann man sagen, dass die Europäer in Altschewsk ankommen sind, um eine militärische Vorbereitung zu absolvieren und notfalls die hier erworbenen Fertigkeiten in Europa oder bei sich in der Heimat zu verwenden?

„Ivan“: Sie sind nicht bei uns. Vielleicht hat unsere Polizei sie noch am Flughafen verhaftet. Die spanischen Genossen wollten beispielsweise militärische Erfahrung sammeln, um sie in ihr Land „zu exportieren“. Sich etwas militärische Erfahrung anzueignen, ist natürlich gut, aber für mich ist meine Hauptaufgabe, hier zu arbeiten. Denn ich bin ein Idealist, aber ein praktizierender Idealist.

Frage: Was denken die Italiener über den Krieg in Neurussland?

„Ivan“: Die staatlichen Medien verpassen ihnen die Gehirnwäsche. Aber jetzt ist das nicht mehr so wie zu Anfang. Täglich kommt die Wahrheit immer weiter zum Vorschein, weil unabhängige Journalisten, Freischaffende und natürlich die Untergrundpropaganda da sind.

Die öffentliche Meinung verändert sich derzeit unter dem Einfluss der Leute, die das hier besichtigt haben, wie wir. Die Menschen beginnen zu verstehen, dass wir ganz normale Menschen hier sind, dass wir hier unser Leben für andere Menschen riskieren. Wir kämpfen nicht an der Seite von Terroristen und Söldnern. Wir kämpfen an der Seite der Zivilbevölkerung und der Freiwilligen, die nicht mal das Geld für eine Zigarette haben.

Frage: In Norditalien gibt es Separatisten, die ihren eigenen Staat, Padania genannt, gründen wollen. Was denken Sie darüber?

„Ivan“: Meinen Sie die Lega Nord? Nur wenige Leute ausserhalb unseres Landes wissen, dass sie Rassisten sind, und dass sie sich auf Vereinbarungen mit gewissen faschistischen Gruppen einlassen, die wiederauferstehen und sie für ihre Ziele ausnutzen wollen.

Beispielsweise sind einige dieser Gruppen wie Casapound mit dem „Rechten Sektor“ befreundet und werben italienische Soldaten für das Bataillon „Asow“ an. Lega Nord unterstützt den Kampf des Donbass nur, um dem Präsident Putin zu gefallen. Ihnen geht es um die Geschäfte mit Russland, die jetzt unter die Warensanktionen gefallen sind. Auf das Donbassvolk pfeifen sie.

Ich erinnere mich deutlich daran, wie sie gleich nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor vielen Jahren in Italien gegen die slawische Einwanderung gekämpft hatten. Und zwar gegen Leute, die nur arbeiten und glücklich leben wollten, nach den Ausschreitungen der Jahre mit Jelzin. In Italien ist nicht jeder Separatist ein guter Separatist. Wir sind ein normales Volk. Wir kämpfen gegen sie, denn das sind die Feinde der Gattung Mensch.

Quelle: http://rusvesna.su/recent_opinions/1437755740

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