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Der Donbass wartet auf das Angriffs-Signal

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Der Donbass wartet auf das Angriffs-Signal

von Andrej Iwanow
übersetzt von MATUTINSGROUP

news-front.info, 16. August 2016, 10:30 Uhr.-   Als Reaktion auf die Provokationen der Ukraine auf der Krim kann Russland die Armeen der Volksrepubliken Donezk und Lugansk nicht mehr zurückhalten.

Die Vorbereitung der Terrorhandlungen und der Diversionsakte auf der Krim seitens der Ukraine kann die Wiederaufnahme des Kriegs im Donbass provozieren. Wie „Wjedomosti“ unter Berufung auf eine Quelle in der Führung der Volksrepublik Donezk schreibt, kann Moskau die Armeen der Volksrepubliken in ihrer Tätigkeit nicht mehr einschränken.

Wir erinnern, daß am 10. August der russische FSB mitteilte, dass in der Nacht vom 7. August eine Gruppe ukrainischer Diversanten im Feuerschutz der ukrainischen Seite auf die Krim durchzubrechen versuchte. Infolge dessen sind zwei russische Militärangehörigen umgekommen. Nach der Aufdeckung der Verbrecher fing das offizielle Kiew an, diesbezüglich seine Unschuld an all dem zu beteuern. Dies kam nicht überzeugend rüber. Sogar westliche Politiker rieten dem ukrainischen Regime zur Zurückhaltung, um eine Auseinandersetzung zu vermeiden. Offenbar hat Europa die willkürlichen Handlungen des Regimes in Kiew satt.

Nichtsdestoweniger sind bis zu diesem Moment von Russland keine konkreten Reaktionsmaßnahmen auf diese Provokation hin getroffen worden. Ministerpräsident Dmitri Medwedew hat den Abbruch der diplomatischen Beziehungen nicht ausgeschlossen, aber danach hat Sergej Lawrow dies als unerwünscht erklärt.

Zugleich muß Moskau reagieren. Wenige bezweifeln, dass der Versuch, Sprengstoffanschläge auf lebenswichtige Objekte auf der Krim durchzuführen, ohne Reaktion bleiben wird. Andernfalls können auf der Halbinsel Krim weitere Diversantengruppen in Erscheinung treten. Und die Politik Russlands kann bekanntlich mit asymmetrischen Reaktionen überraschen.

Sehr gut möglich ist, dass so eine asymmetrische Reaktion konkret auch der Stopp der Politik des Zurückhaltens der Armeen der Volksrepubliken des Donbass sein wird. Bis jetzt sind sie gezwungen gewesen, den häufigen Beschuss, die versuchte Besetzung der entmilitarisierten Zonen gemäß Minsker Vereinbarungen mit gebundenen Händen und Füßen hinzunehmen. Wobei diese Abkommen von der ukrainischen Seite ganz konkret nicht erfüllt worden sind, denn sie hat faktisch keinen Punkt der Vereinbarungen erfüllt.

Allmählich ist begonnen worden, dies auch im Westen zu verstehen. In dem Sinne, dass sich für sie das Bewegen im ständigen „Clinch“ mit Russland als kostspielig erwiesen hat. Weshalb ein Angriff der Armeen der Volksrepubliken Donezk und Lugansk ein Signal nicht so sehr an Kiew, sondern eher an Washington und Brüssel wäre. Im Donbass will man keinen Krieg, man kann jedoch den Beschuss der ukrainischen Artillerie nicht ewig ertragen.

Vor kurzem hat Wladimir Putin erklärt, dass das Treffen im „Normandie-Format“ sinnlos geworden ist. Faktisch deutet der russische Staatschef entschieden an, dass wenn Europa die Kriegstreiberei Poroschenkos nicht abkühlt, sich die Situation nach einem unbestimmten Drehbuch entwickeln kann. Russland kann kein Bürge einer Friedensregelung sein, wenn alle übrigen die Situation ausschließlich für propagandistische Manöver … ausnutzen.

Der militärische Analytiker Boris Roschin meint, dass es keine grosse Offensive gegen den Donbass geben wird:

„Ich denke, dass die Beschränkungen für den Einsatz der Armeen der Volksrepubliken als Reaktion auf den Artilleriebeschuss seitens der Streitkräfte der Ukraine aufgehoben werden könnten. Heute reagieren die Truppen der Volksrepubliken Donezk und Lugansk auf den Beschuss faktisch gar nicht. Wenn die Beschränkungen aufgehoben werden, würden die Kommandeure das Feuer nach eigenem Ermessen eröffnen. Dementsprechend würde sich die Feuerintensität an der Front erhöhen. Und die Verluste der ukrainischen Seite würden ansteigen.

Wie die Kampfhandlungen im Juni im Gebiet von Swetlodarsk zeigten, erlitt die ukrainische Seite erhebliche Verluste, als die Beschränkungen für den Einsatz der Artillerie während des Vorstoßes der Streitkräfte der Ukraine Richtung Debalzewo aufgehoben gewesen waren. Aber dies war ein lokaler Fall. Würden die Beschränkungen entlang der gesamten Frontlinie aufgehoben, dann gäbe es Verluste für die Streitkräfte der Ukraine von bis zu Dutzenden Menschen täglich an Toten und Verwundeten.

Aber Moskau würde kaum sein Einverständnis für einen Vorstoß der Armeen der Volksrepubliken auf das Territorium der Ukraine geben. Der Westen würde Russland dann als Aggressor hinstellen. Demgegenüber scheute man sich überhaupt nicht, die russischen Truppen anzugreifen. Natürlich ist eine Invasion der Truppen der Russischen Föderation gegen die Ukraine faktisch ausgeschlossen.

Zweitens ist die Situation für eine große Offensive der Armeen der Volksrepubliken Donezk und Lugansk ungünstig. An der Front hat die Ukraine mehr Truppen und Technik als die Volksrepubliken. Die Streitkräfte der Ukraine übertrifft an Kampfstärke im Donbass die Volksrepubliken um das Doppelte.“

Frage: In Moskau wird gesagt, daß das „Normandieformat“ sich praktisch überlebt hat.

Roschin: Faktisch gibt es täglich Angriffe von beiden Seiten. Die Intensität der Angriffe nimmt zu. Wären es mehr Angriffe, würde sich die Situation nicht grundlegend ändern. Nur die Verluste für die Streitkräfte der Ukraine würden zunehmen. Dies ist dann so, wenn es proportional zu einer Reaktion auf die ukrainischen Provokationen käme. In der Offensive wären die Volksrepubliken Donezk und Lugansk, wenn Moskau die endgültige Ablehnung der Minsker Vereinbarungen erkennen ließe. Aber jetzt ist Russland nicht daran interessiert, die Minsker Vereinbarungen zu durchkreuzen und verlangt ständig von Kiew die Erfüllung dieser Vereinbarungen.

Meiner Ansicht nach wird eine solche Politik bis zur US-Präsidentschaftswahl beibehalten. Aber die Zahl der Opfer könnte sich erhöhen.

Frage: Artillerie aus den Donbass-Republiken könnte Kiew abkühlen?

Roschin: Die ukrainischen Truppen sind sehr empfindlich bei Verlusten. Die Erfahrungen der vergangenen Kampfhandlungen zeigen, dass wenn die Menschen in den Republiken zu reagieren beginnen, es dann eine Flaute gibt. Das ukrainische Militär läuft nicht los bei der Gefahr eines Feuers, sondern hat wieder einmal Angst vor einer „Erwiderung“. Jetzt wird diese „Erwiderung“ von uns nur auf Befehl durchgeführt. Wenn die Truppen der Volksrepubliken Donezk und Lugansk ständig „erwidern“, wird es schwierig für die ukrainischen Kommandeure. Zudem bewies das Volk der Donbass-Republiken beim Einsatz seiner Artillerie immer wieder, dass es geschickt reagierte und schwere Verluste verursachte.

Der Politologe Edward Popow weist darauf hin, dass die Volksrepubliken Donezk und Lugansk in ihren Handlungen nicht immer von Moskau geführt werden:

„Die Geschichte der Beziehungen Russlands mit den Donbass-Republiken ist an sich ganz spezifisch. Ich erinnere daran, daß dies in einer Zeit begann, als der russische Präsident empfahl, das Referendum für die Ausrufung der Volksrepublik vom 11. Mai auf einen späteren Zeitpunkt bis 2014 zu verlegen. Im Donbass reagierte man auf dieses freundliche Unstimmigkeit und stimmte früher ab.

Meiner Meinung nach kann man wirklich nicht darüber reden, was Russland bezüglich der Volksrepubliken Donezk und Lugansk tun kann. Der Westen glaubt, dass der politische Wille Moskaus in den Republiken dominiert. Und dies wird für die Anschuldigungen gegen Russland verwendet. Die Republiken können wiederum ihre eigenen Aussagen über den Beginn einer Offensive machen, um Kiew zu bedrohen. Aber wofür ist da Moskau dabei?

Im Allgemeinen ist der Beginn einer Offensive nicht der effektivste Weg, Kiew zum Frieden zu zwingen. Ich glaube, es gibt auch andere, effektivere Wege.

Frage: Welche Maßnahmen könnten dies sein?

Popow: Militärische sowie politische und wirtschaftliche Maßnahmen.

Moskau könnte der Weltöffentlichkeit erklären, daß im Fall der Wiederholung der Provokationen seitens der Ukraine wir uns das Recht auf eine militärische Antwort vorbehalten. Wir können uns an die Erfahrung des Krieges in Südossetien im August 2008 erinnern. Manchmal ist die Drohung mit Krieg furchtbarer als ein Krieg. Es kann konkret gesagt werden, dass Russland bereit ist, auf eine Aggression Kiews zu antworten.

Ich wusste von Anfang an, dass Russland mit einer Invasion seiner Truppen in die Ukraine nach der Provokation auf der Krim nicht beginnen wird. Nichtsdestoweniger kann nicht endlos provoziert und die Geduld Russlands auf die Probe gestellt werden. So daß Moskau als Argument mit Gewaltanwendung drohen kann.

Es gibt auch noch wirksamere Herangehensweisen. Vor allem kann Russland das Niveau der diplomatischen Beziehungen mit der Ukraine absenken. Dies kann Russland sofort machen, nachdem Kiew ablehnte, unseren Botschafter Michail Babitsch zu akzeptieren. Sergej Lawrow sagte bereits, dass wir den Abbruch der diplomatischen Beziehungen nicht wollen. Aber ihr Niveau kann verringert werden.

Auf wirtschaftlichem Gebiet steht die Frage an, daß Russland gemäß dem von Kiew angebotenen Weg verfahren kann, das heißt Visa für ukrainische Bürger einzuführen. Laut Angaben des Föderalen Migrationsdienstes (FMS), sind heute über zweieinhalb Millionen Ukrainer „ohne Aufenthaltsgenehmigung“ in unserem Land. Übrigens war einer der Organisatoren der vorbereiteten Terroranschläge auf der Krim ein solcher „ukrainischer Gastarbeiter“. Die Einführung von Visa wird die Möglichkeiten für die Arbeitsmigration wesentlich verringern. Dies würde die Ukraine vor sehr komplizierte sozial-ökonomische Probleme bei der Versorgung ihrer arbeitsfähigen Bürger mit Arbeitsplätzen stellen.

Frage: Aber unter den Ukrainern würde es letztlich Stimmung gegen die Russen machen.

Popow: Darüber läßt sich streiten. Meiner Meinung nach macht die Ukraine mit unserer Nachsicht gegenüber der Schwäche und der Frechheit des Nachbarn Stimmung gegen uns. Deshalb würde ich nicht anfangen, dies so resolut zu sagen. Faktisch sind die Ukrainer in höherem Maß gegen Poroschenko und Groismann als gegen uns gestimmt. Es ist die Zeit eingetreten, wo „die Revolution anfing, ihre eigenen Kinder zu fressen“. Mit der Zeit werden die inneren Widersprüche in der Ukraine weiter anwachsen. Für jenen Poroschenko ist der Krieg nur nötig, um die Aggression des Volkes nach außen zu richten.

Frage: Hat das „Normandie-Format“ seine Aktualität schon verloren?

Popow: Das „Normandie-Format“ kann bleiben, aber ohne Russland. Eigentlich strebt Poroschenko allmählich nur zu den Telefonaten mit den Führern Deutschlands und Frankreichs. Sie können in dieses Format die USA anstelle Russlands aufnehmen.

Die Führer der Volksrepubliken Donezk und Lugansk können die Offensiven ganz und gar nicht nach dem Willen Moskaus, sondern nach ihrem eigenen Willen beginnen. Den Geist und den Buchstaben der Minsker Vereinbarungen können sie in Ehren halten und dennoch auf jeden Beschuß seitens der Streitkräfte der Ukraine reagieren.

Im großen Bedingungsgefüge ist das „Normandie-Format“ bereits gestorben. Die Frage dreht sich darum, wie lange es noch formell existieren wird. An einer „Beerdigung“ Moskaus wird nicht teilgenommen werden. Aber der Respekt vor der Form der Ukraine wird gesprengt werden.

Frage: Wird die formale Beachtung der Minsker Vereinbarungen noch lange andauern?

Popow: Meiner Meinung nach nur noch kurz. Die Regierungen in Donezk und Lugansk sagen, dass sie die Wahlen schon im Herbst unabhängig von einer Entscheidung Kiews durchführen werden. Wenn der Krieg nicht schon im August anfangen wird, wird die Durchführung der Wahlen im Donbass für Kiew zum Anlaß genommen werden, Russland der Vereitelung der Minsker Vereinbarungen zu beschuldigen. Ich denke, Schlußpunkt für „Minsk“ werden die Wahlen für die Machtorgane in den Volksrepubliken Donezk und Lugansk sein.

Frage: Nicht die Wahlen in den USA, nach denen eine neue Administration kommen wird, die mit Kiew durch keine Verpflichtungen verbunden ist?

Popow: Auch möglich. Aber den Krieg kann nur die jetzige Administration organisieren. Wir erinnern uns an den Krieg in Südossetien 2008 kurz vor den Wahlen und während der Olympiade. Jetzt ist die Situation in vieler Hinsicht ähnlich.

Andrej Iwanow

Quelle: http://news-front.info/2016/08/16/donbass-zhdet-signala-k-nastupleniyu-andrej-ivanov/

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