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Militärische Lageberichte aus Neurussland, 1. August 2014

Militärische Lageberichte aus Neurussland, 1. August 2014    

Original: Oberst Cassad LiveJournal
übersetzt aus dem Russischen ins Englische von Gleb Bazov
übersetzt aus dem Englischen ins Deutsche von Jens-Torsten Bohlke

Das Ende des 1. August 2014 sah die ukrainische Armee beim Rückzug aus etlichen Frontabschnitten. Insbesondere verliessen die ukrainischen militärischen Einheiten die drei Grenzkontrollpunkte bei Dolschanskij, Iswarino und Tscherwonopartisansk und zogen sich aus Saur-Mogila zurück, dessen strategische Höhe sie tagelang einzunehmen versucht hatten. Dies steht zumeist im Zusammenhang mit der erfolgreichen Arbeit der Artillerie-Einheiten der Miliz Neurusslands sowie mit den überall erlittenen erheblichen Verlusten seitens der ukrainischen Armee. Ihrerseits versuchte die ukrainische Armee die Einnahme von Krasnogorowka, Jasinowataja und Marjinka und vermeldet übereilt wie üblich den Erfolg ihrer Vorstöße dort. In Wirklichkeit jedoch wurden die Verbände der ukrainischen Armee bei ihren Versuchen eines Eindringens in diese Ortschaften abgewehrt und zogen sich unter Verlusten zurück.

Volksrepublik Donezk (VRD)

Am 1. August 2014 wurde der Artilleriebeschuss in den Bezirken von Donezk fortgesetzt. Im Gebiet des Kalinin-Schachtes kam es zu heftiger Rauchentwicklung, in den Gebieten Schirowkij und Kirowskij waren Explosionen zu hören. Schwere selbststeuernde Artillerie und Haubitzen wurden in den Angriffsschlägen eingesetzt. Unbekannte feuerten auf das Novorossija-Kampagnenzelt in der Gomaja-Strasse in Donezk unweit des Bahnhofs, vermutlich eine Saboteurs-und-Diversantengruppe der gegnerischen Streitkräfte „SRG“. Ein Freiwilliger kam dadurch ums Leben. Im Ergebnis der Aktionen dieser SRG’s wurde am 31. Juli 2014 Alexander Prosjolkow, der Anführer der Eurasiatischen Jugendorganisation des Südlichen Föderalbezirks Russlands und Aussenminister der Volksrepublik Donezk getötet.

Karte: Stellungen der Kriegsparteien nahe Donezk

Gegen 13 Uhr startete die ukrainische Seite eine Offensive gegen die südwestlichen Vororte von Donezk. Sie kam dabei von der Seite der Ortschaften Pobjeda und Karlkowa heran und setzten ca. 40 gepanzerte Fahrzeuge ein. Mit einem Überraschungsangriff waren die ukrainischen Streitkräfte imstande, die Kontrolle über den Kontrollpunkt südwestlich von Marjinka zu übernehmen. Zugleich lief ihre Offensive gegen Krasnogorowka. Die Einheiten der Miliz zogen sich direkt in diesen Ortschaften zurück. Ab 16:30 Uhr kam es zu Kampfhandlungen in Marjinka, Meldungen über Verluste konnten nicht zugänglich gemacht werden. Zur Mittagszeit erschienen die Einheiten der aus Freiwilligen bestehenden Strafbataillone des ukrainischen „Rechten Sektors“ mit Verstärkung an militärischer Technik in Gestalt der 51. Brigade der ukrainischen Streitkräfte an den Zugangsstrassen zu Krasnogorowka mit etlichen gepanzerten Fahrzeugen an der Spitze und trafen dort auf die Volksmiliz. Nachdem sie Verluste an Menschen und gepanzerter Technik hinnehmen mussten, zogen sich die Angreifer zurück. Die Kontrolle über Krasnogorowka wurde von der Miliz gehalten.

An den nördlichen Vororten von Donezk gingen die Kämpfe zwischen der Miliz und dem ukrainischen Militär weiter. Insbesondere versuchte das ukrainische Militär, die Kontrolle über die nördlichen Vororte von Donezk bei Jasinowataja zu erlangen. Ihr Ziel war das Abschneiden Gorlowkas von Donezk. Panzereinheiten versuchten Jasinowataja zu besetzen, aber der Angriff wurde abgewehrt.

Im Gebiet des Flughafens Donezk unter der Kontrolle der ukranischen Streitkräfte konnte Haubitzenfeuer gehört werden.

Im Verlaufe des heutigen Artilleriefeuers der ukrainischen Armee litt die Stadt Perwomajsk schwer unter zahlreichen Zerstörungen in den Wohnsiedlungen. Es scheint so, dass die ukrainische Armee einen Angriff auf die Stadt vorbereitet, welche von der Miliz gehalten wird, und zwar aus der Richtung von Popasnaja nach Westen und Lissitschansk nach Norden mit der Absicht des Vorstosses Richtung Stachanow.

Im Verlauf der Kämpfe um Schachtjorsk wurde die 25. Brigade fast völlig aufgerieben. Sie erlitt nicht nur grosse Verluste an Menschen mit mindestens 23 Toten und einer unbekannten Zahl an Verwundeten sowie Verlusten an militärischer Technik mit der Zerstörung von 30 gepanzerten Fahrzeugen und zwei erbeuteten BMP’s, sondern sie verlor auch ihre gesamte Artillerie. Am 1. August 2014 fand auch ein Gefangenenaustausch statt, zwei Volksmilizangehörige wurden gegen zwei Fallschirmjäger ausgetauscht. Bei all dem gingen die von der Miliz freigelassenen beiden Kriegsgefangenen jeweils auf ihren eigenen beiden Beinen zu ihren Truppen, während die beiden Milizangehörigen von der ukrainischen Armee in sehr schlechten Bedingungen herübergetragen werden mussten, was sehr danach aussah, dass sie Schlägen und Folter unterworfen worden waren, so dass unklar bleibt, ob sie überhaupt überleben werden oder nicht. Infolge dieses Vorfalls befahl Strelkow, dass kein Offizier der 25. Brigade gefangengenommen werden soll.

Es wurde auch gemeldet, dass eine Kolonne ukrainischer Panzer gegen Schachtjorsk vorrückt. Jedoch nach Beschuss durch dei Artillerie der Miliz stoppten die Panzer ihren Vormarsch und begannen damit, sich einzugraben.

Überall gingen die Kampfhandlungen mit den halb-eingekesselten Truppenverbänden der ukrainischen Streitkräfte in der Region Schachtjorsk-Snjeschnoje-Tores weiter. Die Überbleibsel der 25. Aeromobilen Brigade, des Bataillons Dnepr-1 und der Versorgungseinheiten wurden durch ihre Kapitulation ausser Gefecht gesetzt. In der Nacht vom 31. Juli auf den 1. August fand ein Gefecht in der Ortschaft Serditoje zwischen Schugres und Schachtjorsk an der Schnellstrasse Donezk-Snjeschnoje statt. Das ukrainische Militär wollte aus der Einkreisung mit einer Kolonne von gepanzerten Fahrzeugen und Infanterie ausbrechen und versuchte auch, den Kontrollpunkt der Miliz im Gebiet des Dorfes Dawidowa durch Artilleriefeuer zu zerstören, aber die Ukrainer scheiterten dabei. Gleichzeitig war die Einkesselung der gegnerischen Gruppierung vom Norden her nahezu abgeschlossen.

Karte: Positionen der Kriegsparteien nahe Schachtjorsk

Südlich der Ortschaft Snjeschnoje setzten die Einheiten der Miliz die Artillerie-Angriffe auf die Stellungen des Gegners nahe den Ortschaften Stepanowka, Saurowka, Amwrosiewka (bis zu 5 verschiedene gepanzerte Fahrzeuge und zwei Munitionscontainer wurden zerstört), Blagodatnoje sowie bei Saur-Mogila fort. Im Ergebnis erfolgreichen Artilleriebeschusses zerstörte die Miliz auch einen gegnerischne Militärstützpunkt nahe Jelenowka, welcher MLRS-Systeme, Haubitzen, ein Munitionsdepot und gegnerische Truppenverbände beherbergte. Über 90% an Technik und Besatzung wurden ausser Gefecht gesetzt.

Gegen 14:30 Uhr schossen die Kämpfer von Motorola’s Milizeinheit an ihrem Standort beim Kontrollpunkt Nummer 20 an der Schnellstrasse Donezk-Snjeschnoje ein ukrainisches militärisches Flugzeug des sowjetischen Typs TU-143 „Reis“ ab.

Das bei Gorlowka auf einem der Hügel stationierte 34. Bataillon Kirowograd erleidet derzeit einen gravierenden Mangel an militärischer Technik, schusssicheren Westen und Schuhen. Ein ihnen zur Verfügung gestellter Panzer hatte nicht einmal eine Nachtsichtausrüstung. Für 30 Mann haben sie mal gerade 6 kugelsichere Westen.

In der Nacht vom 31. Juli auf den 1. August griffen die Einheiten der 1. Verstärkungskompanie der Miliz einen gegnerischen Kontrollpunkt nahe der Ortschaft Andrejewka im Süden von Donezk an. Der Kontrollpunkt wurde zerstört. Ein Panzer und zwei BMP’s wurden zerstört.

Am Morgen des 1. August gegen 7:00 Uhr Ortszeit führte die ukrainische Armee einen Luftangriff auf die Ortschaft Nischnjaja Krijnka (Volksrepublik Donezk) unweit Charzijschsk durch.

Nach vielen erfolglosen Versuchen der Einnahme von Saur-Mogila hat sich die ukrainische Armee von dieser strategischen Höhe zurückgezogen. Saur-Mogila bleibt fest in den Händen der Miliiz.

Volksrepublik Lugansk (VRL)

Uragan-MLRS-Systeme und Bomben der Luftwaffe wurden zur Bombardierung von Lugansk eingesetzt. Infolge des Artilleriebeschusses zerstörte die ukrainische Armee zwei Umspannwerke für die Elektrizitätsversorgung der Stadt Lugansk. Gegen Mitternacht führte die ukrainische Armee noch einen weiteren Mörser-Artillerie-Angriff auf den Bezirk Jakira der Stadt Lugansk durch. Es gibt viele zerstörte Gebäude an etlichen Stellen in Lugansk, auch in den Bezirken Artjomowsk und Schowtnewij. Der Artilleriebeschuss verursachte etliche Brände an mindestens acht verschiedenen Stellen. Infolge des Artilleriebeschusses durch die ukrainische Armee wurden die Oberschule Nummer 4 und der Markt „Lugan“ beschädigt. Ein explodierendes Geschoss zerfetzte die Fensterteile im Gebäude an der Hochschule Nummer 4 und beschädigte die Fassade des Hauses. Eine Wand des Supermarktes „Lugan“ wurde zerstört, nachdem ein Geschoss sie traf.

Die Zahlen an Toten und Verletzten wurden bestätigt. Lugansk leidet weiter an Unterbrechungen bei der Stromversorgung. Licht funktioniert in gerade mal 1/6 der Stadt, das regionale Krankenhaus hat noch Stromversorgung.

Tagsüber kam die Meldung rein, dass die ukrainische Armee ihre Stellungen an den Grenzkontrollpunkten Dolschaniskij, Iswarino und Tscherwonopartisansk an der Grenze zur Russischen Föderation verlassen hat. Etwas später begannen dann Meldungen reinzukommen, dass Gefechtshandlungen im Gebiet des Grenzkontrollpunktes Dolschanskij stattfinden.

Karte: Von der Ukraine verlassene Grenzkontrollpunkte

Kiew macht aktiv weiter mit der Verlegung zusätzlicher militärischer Einheiten nach Neurussland

Am 1. August um 18:20 Uhr wurde eine Kolonne von ukrainischen Fahrzeugen aus mindestens 18 Elementen (vorwiegend Lastwagen) auf der Strasse von Charkow Flughafen Richtung Balakleja beobachtet.

Ebenfalls am 1. August fuhr eine Kolonne militärischer Fahrzeuge voller Technik durch Kiew. Die Kolonne bestand aus 8 Lastwagen mit Infanteriebesatzungen, auf jedem Fahrzeug war eine ZU-23-2-Luftabwehreinheit angebracht.

Am 31. Juli gegen 21:30 Uhr kam ein Zug mit 6 Transportwaggons voller Munition am Bahnhof Braginowka (in der Region Dnjepropetrowsk tragt ein Dorf denselben Namen) aus Richtung Pawlograd an. Der Zug blieb dort bis 5 Uhr am 1. August, solange die Munition abgeladen wurde. Es ist nicht das erste Mal, dass Munitionsnachschubzüge in Braginowka ankamen (scheinbar ist dort eine Durchfahrtbasis mit einem Lager eingerichtet worden). Die Waggon-Nummern waren: 24455883, 24537847, 24532863, 24540676, 24542821 und 24626715.

Diie zwei Kolonnen mit sechs Uragan MLRS bei jeder von ihnen, Versorgungsfahrzeugen und Truppentransportern pssierten Saporoshje Richtung Donezk. Im Gebiet Mariupol wurde eine aktive Bewegung von Kolonnen der ukrainischen Armee mit Uragan-MLRS beobachtet. Insbesondere wurde militärische Technik bei Berdjansk ausgemacht, sie kam aus Richtung Tokmak. Die Kolonne bestand aus 15 Einheiten militärischer Technik, darunter etliche Uragan MLRS, Munitionsfahrzeuge und Lastwagen, ein Tanklastwagen sowie ein BTR und etliche Transportfahrzeuge. Und um 13:30 Uhr bis zu 10 Munitionstransporte und Lastwagen (vermutlich 9T452, für die Uragan MLRS) und zwei Transportlastwagen passierten durch die Ortschaft Osipenko im Gebiet Berdjansk Richtung Mariupol.

Karte: Ukrainische Truppenbewegungen bei Mariupol

Verschiedenes

Über die letzten drei Tage sind im Gebiet von Slawjansk reguläre Staffeln der ukrainischen Luftwaffe nachts auf ihrem Flug vom Flughafen Tschugujew Richtung Donezk beobachtet worden (laut der Meldung nicht weniger als 16 flugtaugliche Maschinen stehen dort). Von ca. 01:00 nachts bis 08:00 Uhr morgens gab es mindestens 10 Flüge über die Stadt. Tagsüber sind die Flüge weniger häufig. Sie überfliegen das Gebiet in grosser Höhe und können nur durch ihre Triebwerkgeräusche ausgemacht werden. Zuerst flog ein leichteres Flugzeug über die Gegend (möglicherweise SU-Serie, vielleicht etwas anderes – um die Aufmerksamkeit der MANPADS-Luftabwehr auf sich zu ziehen), gefolgt von einer schweren Propellermaschine.

Gegen Mitternacht kamen zwei schwere Geschützsalven im Abstand von drei Minuten aus Karatschun. Die Richtung, wohin sie feuerten, ist nicht bekannt.

Gestern wurden 48 verwundete Militärangehörige aus dem Gebiet des Strafeinsatzes in Neurussland in drei Krankenhäuser in Dnjepropetrowsk eingeliefert. Unter ihnen waren Fallschirmjäger, die von der Miliz bei Schachtjorsk aus dem Hinterhalt angegriffen worden waren.

Ein Unbekannter erschoss den Chef der Stadtpolizei von Dokutschajew, Wassilij Rjabokon, sowei einen Polizei-Inspektor.

Quelle:

http://slavyangrad.org/2014/08/02/military-briefings-august-1-2014/

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