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Genossin Tatjana Rybalko – eine Volksmilizkämpferin der Brigade „Prisrak“: „Erst nach Zerschlagung des Regimes in Kiew kommt Frieden für den Donbass“

Genossin Tatjana Rybalko – eine Volksmilizkämpferin der Brigade „Prisrak“:

„Erst nach Zerschlagung des Regimes in Kiew kommt Frieden für den Donbass“

übersetzt von MATUTINSGROUP

Politnavigator, 08. Januar 2015.-   Die Mariupolerin Tatjana Rybalko liess sich nicht von den Folterkammern des Regimes in Kiew brechen, wegen dem sie die Hände nicht in den Schoß legte, sondern sie ging danach als freiwillige Kämpferin zur Brigade „Prisrak“.

Alexej Albu: Erzählen Sie uns bitte von sich selbst. Wer waren Sie vor diesem Krieg? Was machten Sie früher?

Tatjana Rybalko: Vor dem Krieg arbeitete ich im Stahlwerk von Mariupol. Ich arbeitete dort bis genau zu jenem Moment, als ich festgenommen wurde. Seit 2010, als ich in der Funktion des Parteisekretärs der Parteizelle von Mariupol in der Kommunistischen Partei der Ukraine wiedergewählt worden war, bin ich Mitglied des Kreiskomitees unserer Partei und stellvertretender Sekretär des Kreiskomitees unserer Partei gewesen.

Seit Februar 2014 wurde ich aktiv im antifaschistischen Komitee der Stadt Mariupol. Ich nahm an den Kundgebungen und Protestaktionen teil. Seit April 2014 war ich Mitglied der Aktionsgruppe der Abgeordneten der Volksrepublik Donezk in der Stadt Mariupol. Ich war ein Mitglied des städtischen Ausschusses für das Referendum vom 11. Mai 2014.

Von Juni bis zum Tag meiner Festnahme beschäftigte ich mich mit der Sammlung von humanitären Hilfsgütern wie Kleidung, Lebensmitteln, Medikamente für unser Volk, welches in der Volksmiliz kämpfte. Freilich brachten die Menschen nur wenig in der von den Ukrainern okkupierten Stadt Mariupol zu mir, denn dies zu machen war gefährlich. Mit einem Wort, auch unter dem Druck der Ukros liess ich meine Hände nicht in den Schoß fallen, sondern ich setzte den Kampf für die Macht in den Händen des Volkes gegen die Faschisten und ihre Speichellecker fort.
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Alexej Albu: Wie sind Sie in die Gefangenschaft geraten?

Tatjana Rybalko: Ich verließ meine Arbeit nach dem Schichtwechsel für die Nachtschicht. Auf 10 Meter an das Haus ist das Fahrzeug „Gazelle“ herangefahren. Unbekannte Männer haben mir einen Sack über den Kopf gezogen. Sie haben mir Handschellen angelegt. Und sie haben mich in das Fahrzeug geworfen.

Auf dem Weg schlugen sie sehr stark zu. Mehrmals blieb das Fahrzeug stehen. Sie führten mich nach draußen. Sie positionierten mich auf den Knien und schlugen mich immer wieder. „Erschießt sie“, hiess es. Wie ich später erkannt habe, waren dies die Neonazis vom Bataillon „Asow“.

Als sie mich in ihr Lager gefahren hatten, das sich auf dem Gelände des Flughafens von Mariupol befand, warfen sie mich in hohem Bogen in einen Raum, welcher ein Meter breit und zwei Meter lang war. An jenem Tag wurden mir der Sack und die Handfesseln nicht abgenommen.

So führten sie mich dann zum Verhör. Das Verhör war grausam. Sie hängten mich auf. Sie folterten mich mit Wasser. Sie folterten mich mit Elektroschocks. Sie schlugen auf meinen ganzen Körper ein. Vor allem schlugen sie mir auf den Kopf. Sie führten mich hinaus „zur Erschießung“. Draußen imitierten sie mit automatischen Schnellfeuergewehren die Vollstreckung der Todesstrafe. Sie warfen mich in eine Grube voller Leichen.

So vergingen 10 Tage. Dann haben mich SBU-Schergen übernommen. Beim SBU klagten sie mich wegen „Heimatverrat“, „Terrorismus“ und „Separatismus“ an.

Alexej Albu: Welche Bedingungen herrschten bei der Inhaftierung hinsichtlich der Beziehungen zu anderen Kriegsgefangenen und politischen Häftlingen?

Tatjana Rybalko: Wie ich früher schon gesagt habe, haben sie mich in den ersten 10 Tagen bei den Ukro-Schergen von „Asow“ inhaftiert. Es gab dort ein Essen pro Tag. Sie setzten Folter ein. Schlafen musste ich auf Betonfußboden.

Dann befand ich mich 56 Tage im Untersuchungsgefängnis. Die Beziehungen zwischen mir Häftling und dem Wachpersonal des Untersuchungsgefängnisses war normal. Sie fuhren mich zu den Verhören zur SBU. Dort schlugen sie mich nicht. Aber sie übten vielfach psychologischen Druck aus und erpressten.

Alexej Albu: Wie gelang es Ihnen, dort herauszukommen?

Tatjana Rybalko: Nach den Verhandlungen in Minsk im Dezember 2014 stant mein Name auf die Listen für den Austausch von Kriegsgefangenen. Der Austausch hat im Gebiet von Jassinowata (Volksrepublik Donezk) stattgefunden.

Ich will noch einige Worte über ihre Beziehungen zu den Gefangenen sagen. Sie verhielten sich ihnen gegenüber wie zu Vieh, sogar noch schlechter. Zwecks Gefangenenaustausch fuhren sie uns in stickigen Bussen, gefesselt mit Handfesseln und mit Klebeband an den Sitzen fixiert.

Mit uns in den Gefangenenaustausch gingen 4 schwerverletzte Volksmilizkämpfer. Diese  Leute ertrugen den ganzen Weg über, d.h. 20 Stunden lang viel Schmerz, ohne dass ihnen Hilfe geleistet wurde. Demgegenüber kamen diejenigen, gegen die sie uns eintauschten, so als ob sie aus einem Kurort abreisten. Doch uns hatten sie alle geschlagen und gefoltert.

Alexej Albu: Womit beschäftigen Sie sich jetzt?

Tatjana Rybalko: Jetzt bin ich Militärdienstleistende bei der Brigade „Prisrak“, Kommandant des Wohnheims der Militärangehörigen.
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Alexej Albu: Warum hielt sich Ihrer Meinung nach die Kommunistische Partei der Ukraine aus dem Aufstand im Südosten der Ukraine heraus?

Tatjana Rybalko: Für mich ist es sehr schwierig, darüber zu sprechen, weil ich selbst Mitglied der Partei war und dies eine sehr schmerzliche Erfahrung gewesen ist. Denn die Führung der Kommunistischen Partei der Ukraine ist eine Schande für die kommunistische Bewegung. Ich meine, dass sie sich selbst vom Aufstand im Donbass infolge der Korrumpiertheit der Führung der Partei fernhielten und „sauber“ bei einem Scheitern des Aufstands bleiben wollen.

Alexej Albu: Gibt es nach Ihrer Meinung heute die Möglichkeit der Bildung von weiblichen Kampfabteilungen gemäß der Analogie der weiblichen Selbstverteidigungseinheiten in Kurdistan? Gibt es dafür eine Notwendigkeit?

Tatjana Rybalko: Die Möglichkeit gibt es, denn in unserer Armee sind viele Frauen und wollen viele Frauen mitkämpfen. Ich denke, dass es dafür auch eine Notwendigkeit gibt.

Denn leider sind die Männer bei uns in der Mehrheit oder laufen weg nach Russland oder meinen, dass sie die Heimat nicht schützen müssen. Dies ist mir natürlich peinlich. Aber da ist eine Degradierung der Männer innerhalb der Bevölkerung im Donbass geschehen. Bei weitem nicht alle von ihnen zogen los, um die Heimat und ihre Umgebung zu verteidigen. Viele sind einfach fortgelaufen.

Alexej Albu: Wie soll man sich zu den Frauen in der Volksmiliz der Volksrepublik Lugansk verhalten?

Tatjana Rybalko: Bei uns in der Brigade läuft das normal. Aber wiederum ist dies leider nicht überall so. Und für alle in der Volksrepublik Luganks kann ich dazu nichts sagen. Ich weiß, dass Frauen ungerne in die Armee übernommen werden. Die Bedingungen geben ihnen ein Alter bis maximal 35 Jahre und den Nachweis eines militärischen Berufs vor.

Alexej Albu: Was sagen Sie jenen, die auf anderen Seite der Front stehen?

Tatjana Rybalko: Da ich Ukrainerin bin, laut der 5. Zeile des sowjetischen Passes, meine Vorfahren jedoch Saporoschjer Kosaken sind, würde ich ihnen sagen:

Leute! Unser gemeinsamer Feind sitzt in der Werchowna Rada in Kiew und in Washington. Russland ist ein Land, das uns 24 Jahre lang „den Rotz abwischte“ und auf uns gewartet hat. Die Russen, die Weißrussen und die Ukrainer sind ein Volk – Russischstämmige!!!

Sie kamen daher in unsere Heimat. Sie bringen uns um. Und unterdessen verkaufen Sie Ihre Häuser und Ihre Familien an den Onkel Sam. Und jener Fieberwahn, mit dem sie Sie füttern, von wegen Groß-Ukraine, das ist ein Spiel für die Öffentlichkeit.

Sie müssen nicht mit uns kämpfen. Aber richten Sie Ihre Waffen auf Kiew und ziehen Sie dorthin, um die Erde von diesem Würgegriff zu befreien. Erst nach der Zerschlagung der Regimes in Kiew (gesetzlos und mit bewaffnetem Umsturz) wird es in unserer Heimat Frieden geben.

Sie werden in das Gemetzel getrieben, aus Ihnen machen sie Kleingeld. Aber bei Verwundung hilft Ihnen niemand und wird Ihnen niemand helfen. Und im Falle Ihres Sterbens wird niemand Ihrer Familie helfen.

Gegen den Donbass entsendet, hat man Sie abgeschrieben. Denken Sie nach! Sie kommen dafür um, dass in Kiew Jazenjuk, Poroschenko, Turtschinow, Timoschenkos und dergleichen durch Sie reicher wurden.

Alexej Albu: Welches Land möchten Sie als Ihr Land nach dem Sieg sehen?

Tatjana Rybalko: Nur sozialistisch und nur mit Russland.
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Quelle: http://www.politnavigator.net/tolko-posle-sverzheniya-kievskogo-rezhima-v-donbasse-nastupit-mir-opolchenka-brigady-prizrak.html

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