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Der Krieger und der Dichter: „Wenn die Streitkräfte der Ukraine wirklich eine Offensive vorbereiten, wird sie sich gegen sie richten“

Interview von Gennady Dubovoy mit Oberst Sergej Samarin

übersetzt von MATUTINSGROUP

DNR24.com, 07. Januar 2016 – 17.36 Uhr.-   Der Bataillonskommandeur des legendären Bataillons Semjonow der Armee der Volksrepublik Donezk, Oberst Sergej Samarin (Deckname „Dichter“) hat über die politische und militärische Lösung des Problems der Befreiung des besetzten Territoriums der Ukraine gesprochen; darüber, warum der ideologische Sieg bereits vollendet worden ist und ein großes Neurussland, an welches zu glauben manche aufhörten, unvermeidlich ist. Aber er erinnert auch an die Kämpfe mit den Sondereinheiten „Alpha“ des SBU und Söldnern von „Blackwater“, die Zerstörung von Hubschraubern der Streitkräfte der Ukraine mit AK-Feuerwaffen und vieles mehr.

Frage: Die Streitkräfte der Ukraine ziehen weiterhin Kräfte an der Frontlinie mit dem unverhüllten primären Ziel zusammen, mit einem massiven Schlag die Front zu durchbrechen, dann die Städte und Hauptstädte der Donbass-Republiken zu umgehen und zur Grenze zu Russland vorzustoßen. Wie real ist der Versuch, dieses Drehbuch umzusetzen?

Oberst Sergej Samarin: Gehen die Streitkräfte der Ukraine wirklich daran, diese Offensive vorzubereiten, wird es die Hölle sein, die sich gegen sie richtet. Terminpläne zur Durchführung einer Offensive zwecks Isolieren unserer Truppen unter Umgehung der Hauptstädte hatten die Ukrainer schon früher im Sommer geschmiedet. Wir wissen, welche Winter in der Steppenlandschaft von Donezk herrschen. Sie sind gekennzeichnet von scharfem Wechsel zwischen eisiger Kälte und raschem Schneematsch und Morast, wo keine Kampftechnik arbeiten würde. Gehen sie über die Autobahnen, würden sie vom Artilleriefeuer verbrannt werden. Sie müssen auf den Spätfrühling/Sommer warten.

Jetzt sind weder wir noch der Gegner angriffsbereit. Mit der Motivation ist bei uns alles in Ordnung, aber es besteht noch viel Bedarf hinsichtlich der Organisation, der Ausbildung und der Einsatzmittelausstattung. Die Ukrainer sind mit genügend technischer Unterstützung bei Nullmotivation und schlechter Kampfausbildung nicht mit uns auf Augenhöhe. In den Kampf stürmen die faschistischen Strafbataillone, die wir jedoch ohne wesentliche Unterstützung für sie seitens der Streitkräfte der Ukraine in Stücke reissen würden, was sie wissen … Und sie wissen, dass wir uns nirgends zurückziehen können und bis zum Letzten gegen jeden von ihnen und jeden feindlichen Soldaten kämpfen werden, was für sie zu verlieren bedeutet und unannehmbar ist, denn keine neuen Mobilmachungen werden ihre Kräfte auffüllen. Die Erfahrung dieses Krieges zeigt, dass wir zuweilen unterlegen waren, aber zugleich die Gefechtsverluste beim Gegner stets weit über unseren lagen.

Frage: Die Eingliederung der Volksmiliz in die Armee ist fast abgeschlossen. Eines der Ergebnisse der Eingliederung besteht darin, dass viele namhafte Soldaten und Kommandeure die Truppen verliessen. Was ist nach Ihrer Meinung der Hauptgrund, warum sie nicht ihren Platz in der Armeestruktur finden können?

Oberst Sergej Samarin: In diesem Krieg wie im Bürgerkrieg 1918-1922 haben wir Kommandeure eingesetzt, die weder jemals mit militärischen Angelegenheiten zu tun hatten noch eine richtige militärische Ausbildung erhielten. Einige von ihnen haben nicht einmal zuvor in einer Armee Dienst geleistet. Sie bewährten sich durch ihr Talent und ihren Mut. Gleichzeitig wird die Volksmiliz jetzt zu einer Armee mit allen Anforderungen umgebaut. Nicht alle können und wollen diese Notwendigkeit sehen, reguläre Offiziere zu werden und einzusetzen, weil ihre Absicht keine militärische Karriere gewesen ist. Das ist der Hauptgrund für ihre Beendigung des Dienstes.

Andere Gründe sind Beschwerden über die militärische Bürokratie, übermäßige Anforderungen an die körperliche Verfassung, die Altersbeschränkungen.

Bürokratie leisten wir uns wirklich nur im erlaubten Minimum. Die Bevorratung der Munition, des Inventars, usw. passt leider einigen solchen bisherigen „Offizieren“ nicht. Bürokratische Probleme gibt es nicht für alle diejenigen, die Kampfeinsätze meistern. Sie beklagen sich nicht über Bürokratie. Wir müssen lernen, unseren Dienst zu leisten und auf eine neue Weise zu kämpfen. Es gibt viele ruhmreiche Aktionen. Und jeder hat seine Pflicht bis zum Ende zu leisten. Sie zeigen Soldaten, die in einer friedlichen Periode eingezogen worden sind, dass solch eine Fähigkeit vorhanden gewesen ist, um gegen die überlegenen Kräfte des Feinds zu kämpfen, so dass der Feind von unserer Überlegenheit überzeugt worden ist.

Ich komme darauf zurück, dass somit für jeden, der gegangen ist, es einen Platz gibt. Auch für diejenigen, die das geforderte Alter überschritten haben oder schwer verletzt worden sind. Wir erinnern uns, wie viele nach dem afghanischen Krieg problematisch wurden und in kriminellen Strukturen endeten. In unserer Republik sollte dies nicht so sein. Die Armee hat durch das Gesetz über den Status von Kämpfern nicht entlassen, wer noch keinen Platz für sich im zivilen Bereich gefunden hat.

In Bezug auf die Armee wird alles richtig gemacht. Einzig gab es das Problem, dass der Frühstart zu plötzlich hingelegt wurde und man so begonnen hat, die Volksmiliz wieder aufzubauen. Wir bekommen die gewünschte Wirkung, indem wir etappenweise und allmählich vorgehen, die Veteranen an die neuen Dienstanforderungen anpassen.

Aber dafür gibt ist auch eine Erklärung: Die Vereinbarung von Minsk könnten die Ukrainer jederzeit brechen.

Viele verstehen nicht, warum wir gestoppt wurden, als die Offensive lief und Mariupol beinahe eingenommen worden war. Natürlich hat sich die Politik eingemischt. Und wir hatten wirklich damals nicht die Kräfte, um den Angriff fortzusetzen. Es gab nicht genug Kampftechnik.

Und seit den ersten Tagen des Krieges gab es nichts als Probleme. Ich hatte während der Kämpfe immer zwei Kuriere, und zwar bei der ersten Kriegsphase und auch während der zweiten Kriegsphase, um mittels Dokumentation der Kampfhandlungen das Vorgehen mit den anderen Einheiten zu koordinieren. Und dies im 21. Jahrhundert!

Wegen der schwachen Vorbereitung der Kämpfer und Kommandeure war es unmöglich, Angriffsgefechte richtig zu führen. Jeder Sieg wurde durch Mut errungen. Doch fehlte es arg an Sachkenntnis. Durchdacht wurde die Aufstellung vor dem Gefecht. Aber bis zu welcher Linie vorzustoßen war und Kampftechnik aufzustellen war, wurde nicht durchdacht. Die Kampf-Formel bestand dann darin, wie zu Zeiten von Machno und den Partisanen einfach das Gefecht aufzunehmen und maximal zuzuschlagen. Kaum bemerkten sie den Gegner, richtete sich der Angriff auf nur diesen einzigen seiner Punkte. Jeder Kommandeur „erfand das Rad immer wieder neu“ im Kampf, eine Binsenwahrheit beim Manövrieren mit taktischen Zügen, beispielsweise bei der Unterdrückung gegnerischen Artilleriefeuers in dessen Kesselstellung. Da täuscht ein Zug den Angriff vor und lässt zwei Züge von den Flanken her aktiv werden.

Jetzt ist die Hauptaufgabe, eine Armee zu schaffen, die nötigenfalls imstande sein wird, jede Offensive zu führen. Und zwar sicher, sofern sie einen schwachen Punkt des Feinds findet, ihm einen vernichtenden Schlag zuzufügen, was Panik verursacht und uns ermöglichen würde, durch die Front zu brechen.

Was folgt? Wir haben immer noch nicht genug Kräfte für die Befreiung aller besetzten Territorien, weshalb dieses Problem durch politische Mittel zu lösen sein wird. Gelingen diese politischen Mittel nicht, werden die Ziele durch militärische Mittel erreicht werden, wird der militärische Sieg zählen. Alles zu seiner Zeit. Und intellektuell wie ideologisch haben wir bereits gesiegt, was jeden Monat mehr Leute im besetzten Territorium begreifen.

Frage: Die Mehrheit der Bürger ist enttäuscht, und die Donbass-Republiken glauben nicht an das Projekt eines großen Neurussland. Sie sind sich der Unvermeidlichkeit seiner Erschaffung sicher. Warum?.

Oberst Sergej Samarin: Ich werde nicht über die Tatsache sprechen, dass die Ukraine bald unter dem Gewicht von unnachgiebigen wirtschaftlichen und sozialen Problemen zusammenbrechen kann, was mehr als ich die Experten und Politiker sagen. Sie sagen, dass dies zu 100% sicher ist. Also warum wird Neurussland unvermeidlich sein?

Erstens, ist das ganze Gerede über die „ausblutenden“ Donbass-Republiken für mich für den Arsch, weil die russische Welt derzeit im Krieg steht und den 3. Weltkrieg führt. Die Volksrepubliken Donezk und Lugansk führen in diesem Fall die Funktion der Grenze, der Grenzverteidigung der südwestlichen Grenzen Russlands mit den Streitkräften der Donbass-Republiken und faktisch der Kosakenarmee durch.

Zweitens ist das Volk auf dem Territorium der Ukraine irreparabel geteilt worden. Der Selektionsprozess in der ethnischen und zivilisatorischen Zuordnung, welcher mehrere Jahrhunderte angedauert hat, ist beendet.

Die eine Hälfte der Ukrainern fühlt sich als Europäer und hasst alles Russische, Die andere Hälfte fühlt sich als Russen  und lehnt das Ukrainische und quasi Europäische völlig ab. Diese Getrenntheit lässt sich nicht mehr verbinden.

Den Versuch zu machen, eine pro-russische Regierung aufzustellen, wird das Problem nicht beheben: was man mit Millionen von Bürgern der Ukraine tun soll, die durch den Nationalismus vergiftet worden sind und alles Russische hassen. Der einzige Ausweg besteht darin, ihnen die Gelegenheit zu gewähren, in ihrem „europäischen“ Land zu leben.

Aber die Russen werden sich (durch den Aufstand in den südöstlichen Regionen) in einem grossen Neurussland mit reichen industriellen Grundlagen vereinen. Der Westen kann Russland nicht der Okkupation beschuldigen, da Neurussland durch die Bestrebungen des Volkes vor Ort administrativ aus dem bisherigen ukrainischen Territorium entsteht. Und die 5. Kolonne in der Russischen Föderation wird nicht winseln, die Russen würden viele Schmarotzer aufnehmen müssen. Neurussland ist unvermeidlich, ganz bestimmt.

Frage: Von Slawjansk bis jetzt sind welche Episoden des Kriegs am denkwürdigsten gewesen?

Oberst Sergej Samarin: Das ist eine gewaltige Frage. Da dürften 10 Episodenbände und 100 kinoreife Filmszenen in der Erinnerung auftauchen … wie soll dies kurz erzählt werden? Ich versuche, für Sie zu improvisieren.

Die Kampfhandlungen vom 5. Mai 2014. Kurz vor diesem Gefecht ernannte mich der Kommandant der Garnison Semjonow (Sergej A, der jetzt stellvertretender Verteidigungsminister der Volksrepublik Donezk ist – Hrsg.) zum Kommandeur der schnellen Einsatzstreitkräfte. Dort versahen dann viele später ruhmreiche Helden dieses Krieges wie „Noel“, „Viking“, „Bootsmann“ ihren Dienst.

Der Hauptinhalt: Eine Gruppe des „Bären“ wurde im Hinterhalt überfallen. (Wir hatten 27 Mann, darunter Kämpfer wie den ein wenig bekannten „Motorola“.) Wir zogen los als Verstärkung und prallten auf eine Einheit von „Alpha“ aus Sumy und Söldner von „Blackwater“. Vom Kräfteverhältnis her stand es ungefähr zu einem Drittel gegen uns.

Wir schlugen sie taktisch. Unerwartete Bewegungen in der Feuerlinie liess sie glauben, dass wir ihnen an vielen Stellen zahlenmäßig überlegen waren. Und so haben sie begonnen, sich zurückzuziehen und schwere Verluste hinzunehmen. In diesem Kampf wurde der Kommandeur der „Alpha“-Einheit getötet und fielen mehrere Offiziere des SBU. Die genauen Verluste sind bis jetzt verborgen worden, so dass diese Verluste ziemlich hoch waren. Es war für uns ein wenig Borodino. Das Gefecht haben wir gewonnen. Aber schließlich haben wir uns ebenso wie die Feinde in Stellungen zurückgezogen.

Ich erinnere mich wie alle Beteiligten an den Primus der Republik am 3. Juni. Danach wurde von uns als „300 stählerne Schützen“ gesprochen. Bei diesem Kampf war mein Großvater ein Soldat, wir nannten ihn die „Volksarmee“, ein ehemaliger afghanischer Kriegsteilnehmer hat zwei Hubschrauber abgeschossen. Zusammen! Mit seiner „Kalaschnikow“! Sie wurden getroffen vom Kurvenleuchtspurgeschoss Kaliber 5,45 mm und – unglaublich, aber wahr – in jedem Fall getroffen im Getriebe zwischen Heck und Kabine. Und der dritte Flügel traf fast die gesamte Truppeneinheit. Ächzend konnten die Verwundeten gerade mal noch „kriechen“. In diesem Kampf gab es allein in meiner Gruppe fünf „200er“ (Tote) und mehr als ein Dutzend Verwundete.

Zufällig gab es auch mal komische „Kämpfe“. Einmal wurden die Ukros ohne einen Schuß in die Flucht getrieben, denn sie waren lediglich mit Pflastersteinen beworfen worden.

Wie das? In Slawjansk hockten heimlich unweit vom Friedhof ich und zwei Soldaten. Wir sehen ukrainische Aufklärung, sieben oder acht Male schleichen da ukro Aufklärer auf dem Geländestreifen umher. Wir dürfen nicht schießen (wegen jener anderen Waffenruhe…!). Sie von uns 3 Mann festzunehmen, war unrealistisch. Was war zu tun? Ich flüsterte den beiden anderen Kämpfern zu: „Machen Sie, was ich jetzt mache“ und ermöglichte abwartend den ukro Spionen die Annäherung. Kaum waren sie relativ dicht an uns dran, warf ich gezielt mit Pflastersteinen auf sie. Immer wieder, und sie wurden getroffen. Das lief ab wie im Trickfilm. Die ukro Spione verschwanden raschelnd und sich schlängelnd im Gelände.

Der Kämpfer erinnern sich besonders gerne an unseren Aufklärer mit Deckname „Krücke“, welchem postum der Titel „Held der Volksrepublik Donezk“ verliehen wurde. Klug, tapfer, intelligent. Der Junge hatte absolut eine einzigartige Intelligenz. Den Angaben zufolge traf dieser Bursche so viele Ziele, dass er nicht nur den Heldentitel, sondern ein Heldendenkmal verdient hätte. Entsandt nach Debalzewo wurde er verwundet und von einem Schützenpanzerwagen erschossen.

Es gab jene interessante Geschichte in der Aufklärung, die für diejenigen aufschlussreich ist, die die ganze Zeit im Hinterland als jene jungen Männern gesessen haben, die im Frühling in die Armee der Volksrepublik Donezk aufgenommen worden waren. Als „Krücke“ fiel gab es die 90 Jahre alte Großmutter, welche unter Beschuß den Helm aufsetzte und das Maschinengewehr bediente. (Sie ist ein einstiger Meisterschütze im Sportschießen der UdSSR.) Und sie erschoß beispielhaft viele Ukrainer. Sollen die Strafbataillonsangehörigen mal weiter darüber nachgrübeln, warum und wie mit den „Terroristen“ und den „Söldnern von Putin“ der Kampf zu führen ist …

Fast jeder muss sagen, daß wer von den ersten Aufstandstagen an dabei war, wirklich als wahrer Held in der Bedeutung des Wortes kämpft. Wir haben viele legendäre Kommandeure. Aber für mich ist jeder Milizangehörige, der aufgestanden ist, um die Donbass-Republik in den ersten Tagen des russischen Frühlings zu verteidigen, legendär. Und wenn die Medien nicht über jeden erzählten, ist dies eine Weglassung von Journalisten der Donbass-Republik und nicht der Mangel an Verdiensten seitens der Milizenveteranen.

Aber hier werden die anderen Einheiten des heldenhaften Bataillons von Semjonow nicht berücksichtigt, meine Schuld. Video-Veröffentlichung wurde aus Angst vor leichter Erkennung der Stellungen und vor allem wegen der vielen Verwandten im besetzten Territorium verboten, denn sie sollten nicht in Gefahr gebracht werden. Aber die Geschichte unseres Bataillons ist wörtlich die komplette militärische Geschichte der Volksrepublik Donezk. Wir wurden jeder in die Hölle geworfen.

Wenn nicht Semjonow,- wer weiß, wie lange es gedauert hätte, den Flughafen einzunehmen, und wieviel Blut dies gekostet hätte. Unser Bataillon ist nach zwei Nächten zwischen dem Flughafen und Awdejewka nahe Opytnoje und Wolodnoje eingekeilt gewesen, einen Monat lang eingegraben hielt es durch und hielten wir die Verteidigung durch. Es wird viel Zeit brauchen, wenn über die Helden dieses Krieges ein Buch zu schreiben ist. Die Charaktere verbleiben nicht in der Vergangenheit, sie sind immer vorhanden und mit ihnen sind wir stärker.

Frage: Sie sind nicht nur ein Kommandeur der Armee der Volksrepublik Donezk, sondern auch ein wunderbarer Dichter. Daher Ihr Deckname. Sie haben den Vers geschrieben: „Und obwohl es ein Herz in meinem Leben gibt I musste mir ein neues gegeben werden / welches gebraucht wird, das Gedächtnis zu einem offenen Umschlag zu machen / ins Unbekannte einen Schritt zu machen“.

Als eine der Literatur nicht fremde Person, erzählen Sie mir – welches Buch über diesen Krieg Sie als ein direkt Beteiligter gern lesen würden! Wie man dieses „Gedächtnis in einem offenen Umschlag“ übermittelt, so dass es nicht verloren gehen wird, sondern zu einer lebendigen Erfahrung für die Leser werden möge.

Oberst Sergej Samarin: Es ist einfach, die ganze Wahrheit darzustellen. Und solche Schriften über diesen Krieg sind bereits erschienen und werden weiterhin erscheinen. Aber das ist sehr wenig.

Es braucht ein Buch darüber, wie ein Bruder, der durch die toten Ideen von der Überlegenheit vergiftet ist, vergessen kann, dass er unser Bruder und für uns der Giftmörder ist, der Gift auf unsere Blutsbrüder gießt. Angesichts der Macht von Bilddarstellungen braucht es etwas Gleichwertiges dem Roman „Krieg und Frieden“, und zwar reich an Inhalt, da wir im Zeitalter des Globalen Krieges leben.

Und was wir alle erfahren, ist nur eine Einleitung, ein Prolog, das muss also ein noch größeres Buch sein. Das Buch, in dem durch den Krieg in Neurussland das ursprüngliche Wesen aufgezeigt wird, dass die Ursache in den verdorbenen Tiefen des menschlichen Geistes eingewurzelt ist und dies den Krieg verursacht. Ich verstehe, dass die Aufgabe von den Kräften her fast unerträglich ist. Aber jemand muss es tun, soll es schreiben, so dass sein Lesen mit einer geistigen „Bluttransfusion“ verwandt wäre, als eine Rettung für den schon verdammten, verlorenen, irreparabel vergifteten Körper erscheinen würde. Jemand muss dies tun…

(Oberst Sergej Samarin wurde von Gennady Dubovoy interviewt.)

Quelle: http://dnr24.com/main/17493-voin-i-poet-esli-vsu-deystvitelno-gotovyat-nastuplenie-ono-oberetsya-protiv-nih.html
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