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Augenzeugenberichte, Colonel Cassad, Krim

Coronel Cassad – Wie der Flottenstab in Sewastopol gestürmt wurde

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Wie der Flottenstab in Sewastopol gestürmt wurde

von Coronel Cassad
übersetzt von MATUTINSGROUP

Am 16. März 2014 wurde in Sewastopol und auf der gesamten Krim ein Referendum abgehalten.

Die Ergebnisse sind allen bekannt.

Anschliessend wurde am 18. März 2014 der Vertrag über den Anschluss der Krim-Republik und der Stadt Sewastopol an die Russische Föderation unterzeichnet.

Die Krim feierte, Sewastopol jubelte, ganz Russland war im Freudenrausch.

Jawohl, was für ein Sieg!

So sah dies von aussen aus. Doch die Menschen, die nur ein wenig in der Situation drin steckten, sahen, dass dies noch nicht das Ende sein sollte.

In der Region Cherson ballte sich eine ständig anwachsende Gruppierung der ukrainischen Armee zusammen. Was keine grosse Besorgnis weckte. Alle glaubten, dass diese Truppenverbände sich nicht in Bewegung setzen werden.

Aber auch auf der Krim waren beachtliche Truppenkontingente der ukrainischen Armee stationiert worden. In ihrer Geschichte war die Krim stets hochgradig militarisiert gewesen. Vor allem das Gebiet von Sewastopol.

Natürlich erledigte die Ukraine in den Jahren ihrer Unabhängigkeit eine gute Arbeit bei der Zerstörung ihrer eigenen Armee, aber an diesem Ort hatte sie eine andere Haltung. Armee, Marine, Innenministeriums- und Grenztruppen waren hier stationiert. Und es gab viele davon. Im Fall eines schlagkräftigen Zusammenspiels zwischen ihnen und den Truppen im Hinterland der Ukraine hätten die Folgen schwerwiegend sein können. Jederman war glücklich, dass die Junta, die die Regierung in Kiew besetzte, noch immer nicht das Land führen konnte.

Der Ausweg aus dieser Situation war offensichtlich. Die Gruppierung der ukrainischen Truppen auf der Krim und in Sewastopol sollte aufhören zu bestehen. Außerdem teilte der Pressedienst des Präsidenten der Ukraine am 18. März 2014 folgendes mit: „Der Stellvertretende Präsident der Ukraine, Vorsitzende der Werchowna Rada der Ukraine, Alexander Turtschinow, erlaubt dem in der Krim stationierten Truppenkontingent, die Waffen einzusetzen.“ Dadurch war ein Abwarten nicht mehr möglich.

Zuerst sollte der Kommandostab der Seestreitkräfte der Ukraine fallen.

Es war notwendig, den ukrainischen Truppen auf der Krim ihr zentrales Kommando zu nehmen. Natürlich konnte jedes Teilstreitkraft individuell mit Kiew in Verbindung treten. Aber die komplette Gruppierung insgesamt zu führen, wäre damit wohl unmöglich geworden.

Am 18. März 2014 erfuhren die Kämpfer der Selbstverteidigung von Sewastopol, dass sie am kommenden Morgen den Stab der ukrainischen Seestreitkräfte stürmen würden. Am Morgen des 19. März fingen sie damit an, alle Kräfte vor dem Stabssitz zu sammeln. In der Stadt wurde bekannt gegeben, dass es auf diesem Platz eine Versammlung geben wird. Aber alle, die kamen, wussten bereits, wofür sie dort waren.

Der Kommandeur der Schwarzmeerflotte Russlands kam zu Gesprächen. Aber sie waren erfolglos. Was tun? Mit Scharfschützen auf ihren Plätzen stand das Volk bereit und stürmte los. Was ist vorn los? Am Tor? Jetzt sind sie weg.

Die Tore an beiden Eingängen zum Stab aufbrechend gingen die Menschen hinein und stiessen dort auf das Gebäude der ukrainischen Offizieren. Sie hatten keine Waffen. Aber die Leute zu ignorieren, ging im Gebäude nicht mehr.

Warum keine Waffen? Darüber ist es notwendig, einen getrennten Artikel zu schreiben. Teilweise kann das von meinem vorherigen Artikel verstanden werden. Ich werde eines sagen: Die Arbeit wurde in allen Richtungen ausgeführt. Und noch mit sowjetischen Offizieren. Und vielen von ihnen waren vom genetischen Niveau her ein Abneigung gegenüber Bürgerkriegen innewohnend. Sozusagen geerbt von unseren Vorfahren.

Dann hat die Konfrontation begonnen. Jede Seite hat versucht, die andere Seite doch ohne den Gebrauch der offenen Gewalt „zu zwingen“. Auch Zusammenstöße kamen manchmal vor. Aber beide Seiten versuchten, rasch solche Zusammenstöße zu stoppen. Beide Seiten wussten, aus welcher dünnen Linie sie sich bewegten, welche niemand überschreiten wollte, um kein Blut zu vergiessen.

Damals waren die ukrainischen Offiziere in solchen Dingen noch vorsichtig. Auch wir wollten ihr Blut nicht vergiessen. Es gab viele von ihnen in Sewastopol.

Wer konnte in dieser Situation gewinnen? Natürlich wir. Wir hatten alles. Den Wunsch zu siegen, das Verlangen, das Ziel, welches wir beinahe erreicht hatten. Und was waren sie? Eigentlich nichts. Sie wurden seit drei Wochen in ihren Blöcken blockiert, und von Kiew wurden verschiedene Vorgaben gemeldet. Hinter uns demgegenüber stand die gesamte Stadt Sewastopol. Und zwar moralisch wie auch physisch. Bei Bedarf konnten wir 5.000 oder 10.000 Menschen mobilisieren. Die ukrainischen Militärangehörigen hatten keine derartige Unterstützung. Sie hätten sie einfach in Sewastopol gar nicht haben können. Dies wussten sie.

Und wir betrieben den Ausverkauf ihrer Dienstgrade. Wir brachen in ihren Stabssitz durch. Unsere Selbstverteidigung ging zum Fahnenmast. Die Fahnen der Ukraine und ihrer Seestreitkräfte hatten nicht länger über der Stadt Sewastopol zu wehen. Sie wurden heruntergerissen, verbrannt und mit den Füßen zertreten. Es gab ukrainische Offiziere, die ihre Fahnen zum amerikanischen Dreieck zusammenfalteten und rausgingen.

Danach gingen wir direkt in das Stabsgebäude hinein. Ein paar Wachleute wurden höflich beiseite geschoben. Sie versuchten, nicht weiter Widerstand zu leisten. Verbarrikadierte Türen wurden geöffnet. An einigen Stellen wurden sie aufgebrochen. Und Sewastopol besetzte das Gebäude. Darin gab es noch viele ukrainische Offiziere. Manchmal musste man an die Türen pochen, sie manchmal sogar herausnehmen. Zuweilen wurde auch mal eine Wand aufgebrochen.

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Aber wo war der Kommandant?

Bekannt war, dass er nie das Stabsgebäude der Marine verliess. Die Suche nach dem Kommandant der Seestreitkräfte der Ukraine in Sewastopol nahm eine längere Zeit in Anspruch. Natürlich wurde er gefunden. Aber wo? Ich meine, dass dies eine Seite voller Schande in der Geschichte der ukrainischen Seestreitkräfte ist.

Man schaue sich diesen „Held“ an! Welch strenger und entschlossener Blick! Ein echter Kapitän! Lediglich an diesem Tage, wo er seine Offiziere vorgeschoben hatte, war dieser Mann in Sportkleidung versteckt in einem geheimen Raum. Wie aus einer Schildkrötenschale zogen sie ihn dort raus und führten ihn ehrlos ab mit verbundenen Händen. Was nicht hätte geschehen können, wäre er in Uniform und in seinem Dienstzimmer gewesen und dort von den Selbstverteidigungskräften angetroffen worden. Aber er hatte sich anders entschieden. Und wir sprechen hier vom Respekt.

Dieser Admiral knurrte, als er abgeführt und in ein Auto gesteckt und dann aus dem Gelände verbrachte wurde. Alles war damit vorbei. Die ukrainische Armee auf der Krim war enthauptet worden. Eine separate militärische Einheit wurde zur Neutralisierung von Resten belassen. Dieser Prozess verlief anders. Die interessanteste Episode war die Beschlagnahme eines ukrainischen Schiffs, beschrieben in einem früheren Artikel. Vor uns lagen schwierige Tage. Aber es wurde klar, dass der Dolchstoss in den Rücken praktisch unmöglich geworden war.

Quelle:

http://club-forman.ru/blog/kak-shturmovali-shtab-vmsu-ukrainy/ – zinc (ol link to a few photos)

Die Blockade ukrainischer militärischer Einheiten in Sewastopol

Ende Februar 2014 erschienen sichtlich in Sewastopol jene „höflichen Leute“. Der Name stammt konkret aus einem Interview mit Zeugen in Simferopol, die die Werchowna Rada am Flughafen der Krim und Simferopols unter Kontrolle nahmen. Die Zeugen haben betont, dass jene „unbekannten bewaffneten Männer“ sich sehr höflich benommen haben. In der Ukraine wurden sie „grüne Männchen“ wegen der Farbe der Uniform und darauf nichtvorhandener Abzeichen genannt. Jetzt ist dies bereits für niemand mehr ein Geheimnis, dass sie russische Soldaten waren, denn später hat dies jeder zu wissen bekommen. Deshalb werden wir fortsetzen, einen Spaten auch einen Spaten zu nennen.

In Sewastopol haben diese Soldaten alle ukrainischen Armeekorps blockiert. Der Zweck dieser Handlung war, einen Misserfolg des Referendums zu verhindern. Von Kiew konnten damals die unangenehmsten Befehle erfolgen. Aber sie sollten die Einwohner der Krim und Sewastopols nicht an der Abstimmung hindern.

Es hat keinen Sinn, Ereignisse in der Nähe von jedem von ihnen zu beschreiben. Ich werde Ihnen ein Beispiel anhand des Stabs der Seestreitkräfte der Ukraine erzählen. Die Blockierung des Stabs wurde durch gemeinsame Anstrengungen des militärischen Personals und der Einheiten der Selbstverteidigung von Sewastopol ausgeführt. Mit der Zeit zeigte sich, dass dies richtig war.

Es gab versuchte Provokationen. Einige Familienmitglieder des ukrainischen militärischen Personals, denen sich nach Sewastopol zugereiste „Aktivisten“ als Begleitung angeschlossen hatten, versuchten wiederholt, durch die Wachposten am Stab der Seestreitkräfte durchzustossen. Was natürlich stets unter Kameras geschah. Für die „höflichen Leute“ verkomplizierte dies die Situation. Der bewaffnete Soldat stand unbewaffneten Frauen und Studenten gegenüber. Was das beste Geschenk für die ukrainischen Medien jenerzeit war. Die Selbstverteidigung hatte mit den Provokateuren keinerlei Probleme. Aber für die skandalöse Sensationshascherei war nicht gut, wenn die Zivilbevölkerung der Stadt Soldaten gegenüberstand. Demgegenüber nahmen die Soldaten dem ukrainischen Militär jegliche Trugbilder über die Möglichkeit, die Selbstverteidigung zu beeinflussen. Sie gingen zusammen zum Dienst.

Das Blockieren der stationierten ukrainischen Teilstreitkräfte

Die Einkreisung war keine absolut undurchlässige Umzingelung. Jedem ukrainischen Soldat stand frei, seine Einheit zu verlassen. Doch ging dies nur auf einer Einbahnstrasse nach draussen. Wieder zurück in die Kaserne zu gelangen, wurde ihm nicht gestattet. Viele genossen dieses Recht. Sie wurden auf mitgeführte Waffen durchsucht. Und ihnen wurde die Heimkehr erlaubt. Manchmal machte dies die ganze Show aus.

Erst näherten sich die Reporter mit den Kameras und Stativen. War die ganze Presse bereit, kam ein Krankenwagen. Der Höhepunkt der Vorstellung war die Herausführung des Körpers, der sich im höllischen Kummer krümmte und in die Hände der Ärzte übergeben wurde.

Vielleicht erging es dem Mann ja wirklich schlecht. Aber die Kameras erschienen vorab.

Am Stab der ukrainischen Truppen überlegte man, was als nächstes zu tun wäre. Gelegentlich kam es zu Streitereien. Manchmal noch hitziger. Jedoch ergriffen sie keinerlei aktive Handlungen. Sie warteten darauf, von Kiew besondere Befehle zu erhalten, wie weiter vorzugehen ist. Aber da kam nichts.

Und es war ein dummer Befehl Turtschinows zum Gebrauch der Schusswaffen, den fast niemand befolgte. So saßen sie innerhalb ihrer Kasernen fest und warteten ab, wie das Ende aussehen würde. Offenbar aus Langeweile beschäftigten sich die ukrainischen Militärangehörigen in ihrem Dasein im Drang nach Abwechslung damit, patriotische Losungen an die Wände des Stabsgebäudes zu pinseln. Besonders belustigten sich die Sewastopoler über die Aufschrift: „Die Russen ergeben sich nicht“.

In den übrigen ukrainischen Kasernen war die Lage auch ruhig. Zirkus veranstaltete nur die Garnison des Fliegerhorstes „Belbek“. Aber dies ist Thema eines extra Artikels.

Einmal wurde sogar das Lazarett der Seestreitkräfte der Ukraine vorübergehend blockiert. Es stellte überhaupt keine Gefährdung dar. Aber es gab Informationen, dass das Personal die Ausstattung ausplünderte. Sie hielten es nicht mehr aus und brachten mit den Fahrzeugen alles raus, was sie an medizinischer Ausrüstung, Möbeln, Bürotechnik und Büroausstattung rausschleppen konnten. Wachposten mussten aufgestellt werden, um die völlig Verwahrlosung des Lazaretts zu verhindern.

Man muss von der Blockierung der Schiffe und der Gerichte der Seestreitkräfte der Ukraine extra erzählen. Dabei gebührt zweifellos der Schwarzmeerflotte das Verdienst. Die Flotte, die seit den Zeiten der Sowjetunion nicht erneuert wurde, hat in den schwersten Bedingungen geschafft, nicht nur die Kriegsschiffe, sondern auch die Hilfsschiffe zu retten. Gerade sie blockierte das Auslaufen aus den Sewastopoler Buchten für die ukrainischen Schiffe.

Die ukrainischen Schiffe wurden blockiert

Jedoch konnte diese Situation nicht längere Zeit andauern. Nach der Durchführung des Referendums und dem Beitritt der Krim und Sewastopols zur Russischen Föderation sollten die ukrainischen Streitkräfte ihre Existenz auf diesen Territorien einstellen. Darüber in den folgenden Artikeln.

Quelle:
http://club-forman.ru/blog/blokirovanie-ukrainskikh-chastey-v-sevastopole-kak-eto-bylo/ – zinc (photos)

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