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„Novorossia – der Sauerteig des Imperiums“

„Novorossia – der Sauerteig des Imperiums“

von Gennadij Dubowow exklusiv für „Segodnia.ru“
übersetzt von MATUTINSGROUP

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Segodnia.ru, 07. Juli 2015 – 07:03 Uhr.-   Die Situation der Republiken im Donbass bleibt extrem schwierig. Einerseits sind die Offensivhandlungen beider Kriegsparteien im Rahmen von Minsk-2 faktisch zum Stillstand gekommen. Andererseits sterben auch weiterhin zivile Personen durch den Artilleriebeschuss der Streitkräfte der Ukraine gegen die Städte und Dörfer des Donbass.

Vor diesem Hintergrund liessen die Regierungsbehörden der Volksrepubliken Donezk und Lugansk im Rahmen der Vereinbarungen von Minsk einseitig ukrainische Kriegsgefangene im Dorf Schirokino frei und übergaben sie die Kontrolle über das Dorf an die Vertreter der OSZE (wem diese Organisation nützt, wissen alle). Ferner legten sie Kommunalwahlen gemäß der Verfassung der Ukraine fest.

Einige Beobachter haben damit begonnen, diese Maßnahmen als „ein aktives Drücken der Republik in die Ukraine“ zu bewerten.

Wie bewerten diejenigen, die dort gekämpft haben und kämpfen, das Geschehen?

Hier die typischen Ansichten der Vertreter der verschiedenen Kategorien von Milizeinheiten zu den Ergebnissen einer Umfrage, mit der die Agentur „Weisses Novorossia“ auf dem Gebiet der Volksrepubliken Donezk und Lugansk eine gesellschaftspolitische Simulation. durchgeführt hat.

Kommandeur „Zeder“:

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Kjivljanin ist ein aktiver Kämpfer aus der Krim-Miliz. Er war teil der Gruppierung von Igor Strelkow in Slawjansk und nahm an vielen Kampfhandlungen für die Befreiung des Donbass teil. Nachdem er schwer verletzt in der Krim medizinisch behandelt und rehabilitiert wurde, kehrte er trotz allem zurück „um zu kämpfen und zu siegen.“

„Jetzt gehen viele kaputt an der Definition des Begriffs ‚vereint‘, denn ’nicht vereint‘ haben sie Novorossia. Und ich bemerkte die Tendenz, dass andere Leute sich in lauter Aufregung an dieses sehr sensible Thema machen, welche jedoch grossteils solche Menschen sind, die nicht im Donbass gekämpft haben oder sich im Grunde zumindest nicht an der Front zeigten.

Einerseits erinnern wir alle uns an den Kommentar von Igor Strelkow vor fast einem Jahr, als er die Gründe für sein Verlassen des ‚Festlands‘ darlegte. Da sagte er, wenn er die Wahl hätte und die Volksrepublik Donezk nicht verlässt, dem aufständischen Donbass nur ein kurzes Leben übrigbleiben würde. Und ich vertraue den Worten meines Kommandeurs. Hätte er sich um sein eigenes ‚Ego‘ gekümmert, wäre bei uns alles zwangsläufig sehr schnell zu Ende gewesen.

Andererseits ist der Donbass bis heute am Leben. Und trotz der vielen Mängel und Probleme wuchs die Miliz zu einer Armee an. Ja, viele sind jetzt enttäuscht und abgekämpft. Sie erwarteten mehr.

Der Grund ist einfach: sie glaubten an eine glänzende Zukunft, opferten sich auf für die Erfolge.

Viele wurden zu Chefs. Aber! Unter den Führungspersonen des Landes sind Realisten, Pragmatiker. Und zwischen den Romantikern und den Pragmatikern gibt es Auseinandersetzungen auch mit Waffengebrauch. Wir müssen den Kontakt suchen, Verständnis und Geduld füreinander aufbringen.

Alles zu seiner Zeit. Das Wichtigste ist jetzt, dass entgegen allen Prognosen Novorossia weiterhin die Geopolitik beeinflusst. Wenn man diese Situation in die Sprache des Schachs übersetzt, sieht es ungefähr so aus:

Amerika setzt derzeit das Pferd von Syrien auf die Ukraine und setzt damit Moskau auf Schach. Aber Moskau geht mit dem Läufer über die Krim in den Donbass und setzt damit Washington auf Schach und Kiew auf Schachmatt.

In einer strategischen Perspektive glaube ich nicht an die Zukunft eines Staates Novorossia. Ich sehe die Mission nicht in der Existenz eines separaten Staates, sondern in der Erzeugung der Energie, die in ein orthodoxes russisches Imperium umgewandelt werden würde, welches dem Bösen der Welt standhält.

Dieses Russland wird durch die Heiligen Väter unserer Kirche vorhergesagt. Und Novorossia ist wie ein wenig Hefe, von dem der Heiland im biblischen Gleichnis sagte, das es den ganzen Teig durchsäuert.

Nach dem Abschluss seiner Mission wird Novorossia auf einer Stufe mit den anderen Nationen und Regionen in ein Grossrussland eingehen. Wann? Ich weiß es nicht. Ich glaube, nicht so schnell. Aber so wird es sein. Und unsere Opfer sind nicht vergeblich.“

Ein Volksmilizkämpfer (seinen Decknamen gibt er nicht an):

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Er ist ein Held aus dem Widerstand in Odessa, ein aktives Mitglied des Kulikow-Felds. Ein Soldat, der den ganzen Weg von Slawjansk bis nach Debalzewo durchgehalten hat. Aber er fuhr jetzt nach Russland zurück, um „dann zurückzukehren, wenn es wirklich losgeht, anstatt den Krieg nach Verträgen zu führen (…)“.

„Es sieht aus, als ob wir ‚vereinigt‘, in die Ukraine reingeschoben werden. Die russische Führung will unentschieden spielen und den Donbass als eine Verstümmelung der Territorien mit ‚Sonderstatus‘ konkret gegen die Krim eintauschen.

Dies war schon klar im vergangenen Jahr im April und Mai, als den Ukrainern möglich gemacht wurde, straflos auf Slawjansk zu feuern. Schon damals wurde dies beschlossen und der Krieg als Druckmittel gegen Kiew eingesetzt.

Der Regierungschef der Volksrepublik Donezk, genauer als Chef eines ‚Sonderbezirks mit Sonderstatus‘, redet ständig davon, dass die von den Ukrainern auf dem Maidan vorgebrachte Forderung in der Volksrepublik Donezk verwirklicht ist: ‚Es gibt keine Oligarchen, wir haben den Volksstaat …‘ Hmmm!

Wem gehören die Betriebe im Volksstaat? Alles davon ist bei den Regionalen*.

Wer regiert jetzt im Volksrat (gewählt nach unbekannt von wem denn gebildeten Listen), in der Partei ‚Donezker Republik‘ und in der Mehrheit der rechtlich geschützten Strukturen und der Stadtverwaltungen? Richtig, die Regionalen* oder ihre Quislinge.

Warum haben sie unter einem unsinnigen Vorwand bei den Wahlen Pawel Gubarew nicht zugelassen, ihm später sogar jede Möglichkeit entzogen, die Situation zu beeinflussen? Weil er die Idee eines grossen Neurusslands und der sozialen Gerechtigkeit verkörperte.

Jetzt werden in Donezk im Regierungssitz alle entlassen (auch die Säuberer!), – alle, die auch nur ein klein wenig was mit dem Beginn des russischen Frühling zu tun hatten, um endlich die Erinnerung daran zu tilgen, dass das Volk sein Schicksal zu entscheiden hatte. Ergebnis: Novorossia gibt es nicht. Eine Volksrepublik Donezk gibt es nicht.

Man kann nicht ein Gebiet eine Volksrepublik nennen, wo Janukowitschs Statthalter das Eigentum Achmetows ausplündern und Achmetow durch seine Söldner versucht, alle zu überbieten. Es gibt dort kein Projekt einer sozialökonomischen Umgestaltung.

Was gibt es dort? Ein Transnistrien Nummer 2: Arbeitslosigkeit, Überalterung der Bevölkerung und eine Verlumpung, wo die jungen Leute und die Fachkräfte Urlaub in der Russischen Föderation machen und Perspektiven fehlen. Und diese Situation würde sich für eine lange Zeit fortsetzen, gäbe es nicht die Gefahr eines Weltkriegs und die Notwendigkeit, die Republik als Basis zu nutzen. Nur der Krieg kann die Situation verändern, welcher mit dem Zusammenbruch der Ukraine die meisten Teile davon der Russischen Föderation angliedern wird.“

Volksmilizkämpfer „Norden“ (Alexander Paschkow):

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Er ist ein Freiwilliger aus Woronesch. Er kämpfte im Süden. Er hat in der ukrainischen Gefangenschaft ein Bein verloren. Er wird sich nun für die humanitäre Hilfe für das Volk in den Volksrepubliken Donezk und Lugansk engagieren.

„Leider wird es kein Novorossia geben. Das ist offensichtlich. Die Volksrepubliken Donezk und Lugansk in der Ukraine wird es wahrscheinlich auch nicht geben. Sondern all dies wird sich in der vorliegenden Form erhärten, wie die heute von Aserbaidschan abgetrennte Republik Berg-Karabach … vielleicht nicht einmal wie Berg-Karabach, sondern es wird ein Schein-Ossetien werden. Mit Vereinbarungen über eine schrittweise Zusammenführung, aber in den derzeitigen Grenzen.

Eine ‚Vereinigung‘ kann und will Russland nicht. Dies wäre sonst das Ende der Russischen Föderation. In Russland gibt es einen Kampf der Oligarchen, wird die neue Regierungsbildung und Putin sowohl im Inland als auch vom Ausland her stark unter Druck gesetzt.

Russland verließ sich zu sehr auf das Volk und seine Stärke. Aber dann belasteten die Mentalität vor Ort und die Passivität der Mehrheit der Russischen Föderation auch das sich abtrennende Novorossia.

Es hätten sehr viel mehr russische Freiwillige sein können, worauf die Regierung hoffte. Dies hat nicht funktioniert.

Das Gleiche gilt für die Milizeinheiten. Mir erzählte ein Kollege aus der ehemaligen Region Donezk, der in seiner Vergangenheit dort als  Bergarbeiter tätig gewesen war. Aus seinem Schacht, in welchem mehr als 3000 Menschen tätig waren, gingen nur 3 Männer zur Volksmiliz, weil sie dort nicht agitiert wurden. Bei derlei prozentualem Anteil wird völlig klar, warum es kein Novorossia gibt…

Was dann geschieht, ist schwer zu sagen. Oder ‚ein sehr schlauer Plan‘, den niemand versteht. Oder man wird eine Revolution in Kiew machen und eine andere Regierung aufstellen, weil der Krieg das alles jetzt nicht löst.

Das Volk in den Volksrepubliken Donezk und Lugansk sollte politische Aktivität zeigen und die Regierungen zwingen, die Republiken zu vereinigen und der Ukraine und Russland die Forderung vorzubringen: jene gehen lassen — diese anschliessen.“

Der „livländische“ Aufklärungskämpfer „Russitsch“:

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„Im Donbass und dem ‚Grossen Novorossia‘ ist längst alles klar. In der ‚Volksrepublik‘ gibt es die Auseinandersetzung zwischen den Interessen vieler Parteien: den Oligarchen, den Politikern, den Verbrechern, den Patrioten.

Die Letztgenannten waren in der Minderheit. Womöglich wollte jemand ganz oben, dass Novorossia stattfindet. Er scheiterte aber. Er war nicht in der Lage zu drücken und zu schlagen, wo es nötig gewesen ist.

Und in die Regierung und in die Verwaltungen sind die Liberalen, die Oligarchen gekommen, für die ein Staat ohne Oligarchie weder nötig ist noch eine Perspektive darstellt. Sie versuchen auch die Kapitulation, aber selbst dazu ist dieses unfähige Management nicht imstande.

Für Novorossia gibt es immer noch eine Chance, aber sie ist klein. Putin kann nicht verstehen. Das ‚Ablassen‘ vom Donbass würde in der russischen Gesellschaft extreme Unzufriedenheit hervorrufen. Und die 5. Kolonne würde dann versuchen, diese Unzufriedenheit für ihren Zweck zu nutzen und das Bruttosozialprodukt schwächen, sogar mit den Kosten für das Schüren eines Bürgerkriegs.

Die Anzahl der Angehörigen der Streitkräfte der Ukraine an der Front wächst beachtlich und hat nach groben Schätzungen 70.000 Mann übertroffen. Sobald die Rotation und das Ende des diplomatischen Tanzes um das ‚entmilitarisierte Schirokino‘ erreicht sind, wird der Krieg wiederaufgenommen werden. Und es ist klar, dass Russland uns nie aufgeben würde, denn dies wäre sein Selbstmord.“

Der Kommandeur der „Viking“ (Deckname „Wikinger“):
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Der Kommandeur der „Viking“ (Deckname „Wikinger“):
Der Volksmiliz gehört er seit April vorigen Jahres an. Er ist einer der militärisch ausgebildeten Offiziere Novorossias. Nun befiehlt er das Mot.-Schützenbataillon „Wikinger“ der 1. Slawjansker Einheit der Volksmiliz Neurusslands.

„Als Militär habe ich kein Recht, die möglichen Drehbücher an der Front anzutasten. Lassen Sie mich nur sagen, dass der Gegner, welcher nicht unterschätzt werden sollte, nicht nur in seinem Kopf mit den vorhandenen ‚Horden von Moskowitern in Armata‘, mit einer asymmetrischen Reaktion der Streitkräfte der Volksrepublik konfrontiert sein wird.

Was die Diskussion über die Tatsache, dass wir ‚verraten‘, ‚zusammengeführt‘, ‚um jeden Preis in die Ukraine zurückgedrängt werden‘, – das ist reine Spekulation, sind im Internet eingespeiste Fehlinformationen. Niemand kann etwas irgendwohin verschieben.

Wir haben unsere Entscheidung getroffen und verteidigen sie mit unserem Leben. Wenn wir als eine Handvoll schlecht bewaffneter und ungeübter Soldaten – vom militärischen Standpunkt aus hatte diese Miliz keine Chance – bei Slawjansk eine uns um ein Zehnfaches übertreffende Armee eines 46 Millionen Menschen an Bevölkerungszahl zählenden Landes überwinden konnten, wird jene Armee uns jetzt besiegen können?

Und bald werden unsere Ressourcen ausreichen, um alle von den Nazis besetzten Gebiete zu befreien. Am Ende werden die Streitkräfte der Ukraine die bedingungslose Kapitulation unterzeichnen.“

Quelle: http://gennadiydubovoy.ru/2015/07/07/

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