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Augenzeugenberichte, Kriegsverbrechen, Völkermord in der Ukraine

Augenzeugenbericht: Mord, Raub und Vergewaltigung in Mariupol

Präambel: Dieses Video dokumentiert ein Telefongespräch zwischen der Redaktion von ANNA News, einer unabhängigen Nachrichtenagentur, und einer Einwohnerin von Mariupol, eine Hafenstadt im Süden der Ukraine, die derzeit von faschistischen Nationalgarden besetzt und terrorisiert wird. Es ist ein Dokument abscheulicher Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung, speziell gegen Frauen und Mädchen. (Ins Deutsche übertragen von Fedot Panteleev)

Das zweite Video zeigt eine mit der Handy-Kamera aufgenommene Szene, wie sie in Mariupol derzeit zum Alltag gehört.

Das dritte Video (mit englischen Untertiteln) zeigt Ereignisse die sich am 09. Mai 2014 in Mariupol ereignet haben und belegen die Skrupellosigkeit mit der die faschistischen Garden gegen die Zivilbevölkerung vorgeht.

(Die Redaktion)


Video: Augenzeugenbericht: Mord und Vergewaltigung in Mariupol (08.11.2014)


REPORTER: Hier ist die Stimme Neurusslands, die Sendung „In Wirklichkeit“. Wir sprechen darüber, was in Neurussland vor sich geht. Wir werden vorerst von den Donezker und Lugansker Volksrepubliken reden. Zunächst blicken wir in die Donezker Republik, in ein Gebiet, das vorläufig von den „glorreichen“ ukrainischen, „feinen“ Burschen besetzt ist. Wir sind jetzt also mit der Stadt Mariupol verbunden. Unsere Gesprächspartnerin, Olga, kommt aus dieser wunderbaren Stadt. Hallo Olga!

OLGA: Hallo!

Olga, erzählen Sie bitte, was dort vor sich geht, weil man aus Mariupol nur vereinzelte und widersprüchliche Informationen bekommt. Mal heißt es, jemand hat etwas gesprengt oder jemanden getötet. Danach sagt man aber: „Das stimmt nicht. Bei uns ist alles ruhig und gut.“ Mal heißt es, dass die Beamten aus der Stadt geflohen sind und die „Privat-Bank“ ihre Aktiva und Filialen verlagert hat. Erzählen Sie, wie sieht es denn in Mariupol in Wirklichkeit aus?

Die Stimmung in der Stadt ist natürlich bei weitem nicht die beste. Es gibt tatsächlich Leute, die sich als ukrainische Patrioten bezeichnen. Sie sind für die ukrainischen Machthaber. Aber die überwiegende Mehrheit der Menschen verheimlicht ihre wahren Ansichten bezüglich der Donezker Volksrepublik. Nach dem Referendum am 11. Mai haben alle gesehen, wie viele Menschen kamen, die bis zu 4 Stunden in der Schlange stehen mussten, um ihre Stimme für eine unabhängige Donezker Volksrepublik abzugeben.

Was die Privat-Bank angeht – ja, es kursiert das Gerücht, dass Kolomoyski seine Aktiva abzieht. Aber die Filialen sind noch offen.

Was die Morde und Entführungen von Menschen anbelangt – das Ganze ist wahr. Das wird sehr sorgfältig verschwiegen. Es wird niemandem was erzählt. Die Polizei arbeitet sehr eng mit den Strafbataillonen „Asow“, „Dnepr“, „Schachtjorsk“ und „Heilige Maria“ zusammen. Der Name ist natürlich schrecklich – wenn Sie mich fragen – für Leute, die ihre Mitbürger ermorden. Er ist auch irgendwie sehr dumm, wenn man es so sagen kann.

Neulich ereignete sich ein Vorfall unweit von meinem Zuhause. Es war an einer Haltestelle, am helllichten Tag, in Gegenwart von 15 Personen. Es kam ein Auto mit Nazis. Sie suchten sich 2 Mädchen, die am jüngsten aussahen, aus, schmissen sie einfach ins Auto und verschwanden. Von den Mädchen hat man seit 4 Tagen nichts gehört. Man kann nur rätseln, was mit ihnen passiert ist und ob sie überhaupt nach Hause zurückkommen würden und in welchem Zustand.

Sehr oft hört man, dass in städtische Krankenhäuser Mädchen, hauptsächlich junge, 14 bis 16 Jahre, eingeliefert werden, die auf bestialische Art und Weise vergewaltigt wurden. Auf eine sehr grausame Weise. Ich werde sie nicht beschreiben. Ihr physischer Zustand – der psychische sowieso – ist schrecklich. Es sieht wirklich schlimm mit ihnen aus. Ihnen ist alles zerrissen worden. Es ist ein einziger Brei. Mich schaudert’s, wenn ich darüber spreche.

Olja, ich sage Ihnen jetzt was. Nachdem dieses Video hochgeladen und online geschaltet worden ist, werden wieder Tausende ukrainische „Patrioten“ aus dem ganzen Land anfangen auf zu jaulen, nach dem Motto „Schon wieder erzählt irgendeine Tante Lügen am Telefon. Wo sind die Tatsachen? Wo sind die Beweise? Wo sind die ärztlichen Bescheinigungen?“ Was soll man diesen Leuten vorschlagen?Nach Mariupol zu fahren und in dieses Krankenhaus, an einer konkrete Adresse vorbeizukommen? Um zu überprüfen, ob diese Mädchen dort sind oder nicht? Soll man vielleicht die Sender „Kanal 112“, „1 plus 1“, „ICTV“ hin schicken? Wen von unseren „patriotischsten“ Kanälen könnte man noch dorthin schicken? Sie sollen sie sich ansehen, ein Interview mit den Eltern dieser Mädchen und mit den Ärzten, die diese kleinen armen Mitbürgerinnen behandeln, führen.

Sie sollten sie sich ansehen. Aber die Frage ist, ob unsere Ärzte jetzt bereit wären, die Wahrheit zu erzählen. Sie wissen ja, dass diejenigen, die mit dem Regime nicht einverstanden sind, einfach vernichtet werden.

Es kommt immer häufiger zu Entführungen von Menschen. Und zwar am hellen Tag. Die Nazis, bewaffnet mit Maschinenpistolen, halten willkürlich Autos, Busse oder Linientaxis an. Derjenige, der ihnen nicht gefällt oder derjenige, den sie der Zusammenarbeit mit der DVR oder den Truppen von Neurussland verdächtigen, wird kurzer Hand mitgenommen. In der Nähe des Flughafens, an der Autobahn „Wolodarskaja“, gibt es Güterlager mit großen Kellern.

Ich kenne die Geschichte eines Menschen, den ich persönlich kenne. Und er ist nicht der Einzige. Sie wurden dort gefangen gehalten. Sowie Mädchen. Die Mädchen waren ebenfalls jung. Sie schnappen sich keine Frauen über 30. Sie stehen auf „junges Fleisch“, wie sie sagen.

Ich kenne die Geschichte einer Prostituierten. Sie war eine echte Prostituierte, die mittlerweile gestorben ist. Sie ging auf den Strich, war eine Hure. Ich verurteile sich nicht, denn jeder lebt so, wie er will. Sie hat bei denen eine Woche verbracht. Binnen einer Woche wurde sie zum Sex mit 100 Männern gezwungen. Die 100 Männer haben sie dermaßen bestialisch behandelt, dass sie, grün und blau geschlagen, nach Hause angekrochen kam. Sie war derart heftig verprügelt worden, dass sie auf allen Vieren nach Hause kriechen musste. Nach 3 Tagen ist sie durch Risse innerer Organen und durch innere Blutungen gestorben. Nun, sie war HIV-infiziert. Auf ihre Bitte, während man sie an einer Haltestelle aufgriff… sie sagte: „Jungs, lasst uns es wenigstens mit Kondomen tun. Ich verstehe schon. Ich sage ja nicht „nein“.“ Worauf ihr gesagt wurde: „Was soll das, du Donbass-Abschaum? Willst du kein Kind von den normalen Jungs?“ Und das war’s dann…

Die Leute, die Männer, die in Gefangenschaft waren, haben es nur deswegen geschafft herauszukommen, weil sie Ersparnisse hatten. Viele von ihnen haben danach einen Monat im Krankenhaus gelegen. Sie haben kaputte Nieren durch Prügelfolter. Die Frauen werden nicht freigelassen. Eine Bekannte von mir gilt seit 4 Monaten als vermisst. Sie ist quasi nicht da. Ich hege natürlich die Hoffnung, dass sie möglicherweise noch am Leben ist, aber, wie Sie sicher verstehen, es ist wenig wahrscheinlich.

Und die „Genossen“, die es nicht glauben, sollen hinkommen und sich ansehen, was ihre Söhnchen und Männer anstellen. Sie nehmen Sachen weg, stehlen, plündern, verprügeln, drangsalieren. Sie dringen mit Maschinenpistolen in Geschäfte und Schulen  rein.

In der 62. Schule von Mariupol – das ist eine Sportschule – haben sie sich niedergelassen. Mitten im Zentrum des Bezirks „Linkes Ufer“ steht ein Checkpoint. In der Taganrogskaja-Straße – das ist ein Wohnviertel – befindet sich ein Checkpoint. Im Bezirk „Wostotschnyj“, der vieles durchgemacht und abgekriegt hat, gibt es einen riesigen Checkpoint. Und so sieht es in der ganzen Stadt aus. In der ganzen Stadt! Sie pfeifen darauf, dass die Leute gegen den Bau von Checkpoints in Wohnvierteln protestieren. Das ist ihnen egal, sie scheren sich einen Dreck darum! Sie „verteidigen“ uns. Wie sie meiner Schwester gesagt haben: „Euch alle, ihr Moskals, werden wir so oder so ausrotten. Ihr seid keine Menschen. Ihr seid Abschaum.“

Alles klar. „Mariupol wird entweder ukrainisch oder entvölkert“. Das kenne ich. Man ist es schon gewohnt. Was glauben Sie, wann die Armee von Neurussland in Mariuopol frühestens zu erwarten ist? Was sagt Ihnen ihr Gefühl?

Über diese Frage kann man lange diskutieren. Ich möchte nur eins sagen: Wir glauben, wir warten auf sie und wir werden sie unterstützen. Nicht nur Männer, sondern auch Frauen, Jugendliche, Junge und Alte. Sehr viele glauben, warten und hoffen auf die Befreier. Das sind die wirklichen Befreier, die uns vom Joch dieser faschistischen Junta erlösen werden.

Es herrscht eine Gesetzlosigkeit. Das ist nicht mehr zu ertragen.

Die Preise sind so überhöht! Die Rentner, die ihre Rente mittlerweile so gut wie gar nicht bekommen, können sich einen Laib Brot nicht mehr leisten. Die Kleinkinder… die Eltern können ihnen nicht einmal Milch, gewöhnliche Kindernahrung kaufen, geschweige denn Windeln, die Hunderte von Griwna kosten. Eine Busfahrt bei uns kostet 4 Griwna [23 cent]. Brot kostet 6 Griwna [0,35 Euro], Zucker 11 Griwna [0,63 Euro]. Was soll man da noch sagen?

Sie behaupten gegen Russland zu kämpfen. Welches Russland denn? Ich bin im Nowoasowsker Landkreis geboren. Ich lebe schon  seit 7 Jahren in Mariupol, aber ich komme in meine Geburtsstadt zu Besuch. Wie kann da von Russland die Rede sein? Mein Gott, wenn ich mir den Schwachsinn, den sie sagen, manchmal anhöre, habe ich nur den einen Wunsch, jedem von ihnen eine Pistole auszuhändigen und zu sagen: „Erschieß dich, du Arschloch! Erschieß dich einfach!“ Es ist schrecklich!

Ich danke Ihnen Olga dafür, dass Sie sich ein Herz gefasst haben, bei unserer Sendung live dabei zu sein und aus dem besetzten Mariupol darüber zu erzählen, was dort in Wirklichkeit geschieht. Ich wünsche Ihnen Geduld und den Glauben daran, dass wir die Stadt sehr bald befreien und die Menschen wieder ein normales Leben führen und nicht mehr wie Vieh behandelt, nicht mehr beraubt und vergewaltigt wird. Nochmals vielen Dank! Viel Erfolg und viele Grüße an meine Landsleute!

Ich danke Ihnen!

Liebe Freunde, das war Olga aus Mariupol. Ihr habt es selbst gehört.

Und ich schlage den ukrainischen Journalisten wirklich vor, aufzustehen, Jacken anzuziehen, ins Auto einzusteigen, Kameras mitzunehmen und ab nach Mariupol! Wenn ihr keinen Schiss habt, nehmt auf und zeigt für die ganze Ukraine, wie sich die „Befreier“ aufführen, für die jetzt das ganze Land Geld sammelt, Geld für die Armee. Ihr, meine Herrschaften Ukrainer, sammelt jetzt Geld für Mörder. Ihr sammelt Geld dafür, dass sie in Komfort und Wärme kämpfen, ihre Mitbürger umbringen, berauben, sich wie Tiere aufführen können. Seid wenigstens ihr keine Tiere! Zeigt der ukrainischen Armee den Mittelfinger. Sagt: „Wir werden keinen Vergewaltigern und Mördern helfen.“


Video: 10.10.2014 – Mariupol

Alltagsszene im von faschistischen Nationalgarden besetzt und terrorisiert Mariupol


Video: 09.05.2014 – Mariupol

Exekution von Zivilisten in Mariupol (Englische Untertitel)

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