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Colonel Cassad, Expertenmeinung, Kommentare & Analysen, Politische Gespräche

Was will der Donbass wirklich?

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Coronel Cassad: Ein nicht schlechter Artikel darüber, was das Donbass-Volk will

Was will der Donbass wirklich?

von Jelena Woroschilowa
übersetzt von MATUTINSGROUP

Donezk, 10. August 2015 – 12:56 Uhr, novorosinform.org.-   Im vergangenen Jahr wurden ich und meine Kolleginnen wiederholt gefragt: „Was wollt Ihr eigentlich von all dem wirklich, was der Donbass will?“. Darüber schreibt der Donezker Historiker und Journalist Oleg Ismailow in einem Artikel auf PolitNavigator.

Wir alle versuchten, diese Frage zu beantworten, aber fast immer hatten wir überhaupt keine Antworten. Sie lagen auf der Hand. Aber statt unsere Hirne zu nutzen und uns selbst die Fragen zu stellen, stellten uns oft, wenn auch nicht nur, die Journalisten die Fragen mit dem Versuch, so viel wie möglich Enthüllungen aus uns herauszuquetschen. Aus strikt medizinischen Gründen „macht uns keine Probleme“ versuchten wir, eine gewisse Aufrichtigkeit und Wahrheit für uns selbst zu behalten. Das ist unvernünftig gewesen, war aber Fakt.

Nun ist es an der Zeit für die volle Ehrlichkeit. In voller Offenheit wollen wir gerade ganz aus Spass versuchen, die Frage zu beantworten „Was will der Donbass in diesem Krieg?“, ohne dies einfach abzunicken, was bekanntlich schlimmer als Diebstahl wäre.

Zuerst über die Politik:

Der gesamte Verlauf der Ereignisse bedeutet, dass das Volk von Donezk und Lugansk für immer mit seiner Region die Ukraine verlassen und sich Russland anschliessen will. Das ist richtig,- wir wollen den „Donezker föderalen Bezirk“ mit all den sich daraus ergebenden Folgen.

An dieser Stelle können einige erhabene übersteigerte Personen ein Heulen von sich geben und sagen, dass nicht jeder nach Russland will. Das ist richtig, nicht alle,- aber 75% bis 80% Prozent wollen dies natürlich. In diesem Drehbuch berücksichtigen wir die Eiferer, die erpicht darauf sind, eine föderale Einbindung in die Ukraine zu bekommen, was sich kaum lohnt.

Um wieder auf die gesamte Masse der Werktätigen zu sprechen zu kommen, die wirklich das Bruttosozialprodukt von Donezk produzieren, die gegen die Nazi-Invasion der Heuschrecken kämpfen, die die Bergleute, Metallurgen, Chemiker, Maschinenbauer, Eisenbahner, Bauherren usw. sind: sie schlafen und sehen sich als Bürger eines großen Russlands.

Ja, das Volk ist klug. Es versteht, dass es möglicherweise jahrelang durch Kompromisse zu gehen hat. Dass jedoch seine Position nicht weniger stark ist,- wir brauchen nur Russland!

Die Einheit in dieser Frage besteht voll und bedingungslos in beiden Teilen des Donbass sowohl in den Republiken als auch im von der Ukraine okkupierten Teil. Da muss niemandem etwas bewiesen werden. Der Wunsch, den Donbass von der Ukraine zu lösen, ist keine Theorie, trägt aber meistens nicht mal ein logisches Axiom in sich.

Seine Berechtigung zeigte er in einem einzigen Referendum im Mai 2014. Seit dieser Zeit ist der Hass auf die Personen mit einem Hang zu gelb-blauer Kleidung oder den Kennzeichen der ukrainischen Armee in den ukrainisch okkupierten Städten deutlich angewachsen. Natürlich sind dort die Menschen gezwungen, dies zu verbergen, denn es ist für sie gefährlich. Doch wird der Einmarsch vorrückender Truppen der Volksrepubliken Donezk und Lugansk auf die von ihnen Anfang Juli des vorigen Jahres zurückgelassenen Städte von allgemeinen Jubel-Aufläufen und Blumen begleitet werden.

Die Aufrichtigkeit und die Wahrhaftigkeit dieses nationalen Strebens ist auch bedingungslos geäussert worden. Wiederholt wurde von den Medien die Bereitwilligkeit dokumentiert, materiell schlechter „aber nicht unter den Ukrainern“ zu leben. Die ethnische Herkunft, wo wir daran erinnern, dass im Donbass die Hälfte der Bevölkerung aus ethnischen Ukrainern besteht, zählt da nicht wirklich. Das Volk entscheidet sich für das Imperium, egal welche Definition man persönlich diesem Begriff gab.

Jetzt über die Wirtschafts- und Sozialpolitik:

Auf jeden Fall lehnt der gesamte Donbass die Rückkehr der Oligarchen in seine Region ab. Nochmal: Es gibt einen bestimmten Teil von Landsleuten hier, die von der Rückkehr von Achmetow persönlich träumen. Aber die meisten arbeitenden Menschen und Intellektuellen ziehen es für die Zukunft vor, ohne einen solchen Dolch in der Seele und eine Verhöhnung der Erinnerung an die im Krieg zwischen Donezkern und Ukrainern Getöten klarzukommen.

Wenn wir das ganz einfach sagen, und anders wäre es sinnlos zu sagen, dann bevorzugt das Volk des Donbass, für die Zukunft einen gesellschaftlichen Rahmen ähnlich einem Staatskapitalismus mit starken und vertrauenswürdigen gesellschaftlichen Aufstiegsmöglichkeiten und öffentlicher Unterstützung zu erhalten. Das ist nicht der sowjetische Sozialismus, ihm aber nahe in vielen grundlegenden Punkten. Eine grosse Schwerindustrie, die laut Donbass in den Händen des Staates sein sollte, wie auch das Transportwesen, sozusagen auch das Wodkamonopol. Aber der Dienstleistungssektor sollte privat bleiben.

In der Nationalitätenpolitik ist im Donbass auch alles ganz klar:

Diese Politik ist in unserer Region seit langer Zeit schon ziemlich ausgewogen. Und daran haben wir nichts verändert. Seit 150 Jahren koexistieren im Donbass organisch Dutzende von Nationalitäten und wird von uns der einzelne Mensch an seinem Geist, seiner Auffassungsgabe, Gesundheit, nicht aber seiner Nationalität gemessen. Zugleich sind die russische Sprache und Kultur in der Region als Erste unter Gleichen gedacht. Dies ist zumindest vorteilhaft und bequem für die Form des Zusammenlebens.

Noch eine häufig gestellte Frage ist, ob wir Donbass-Bewohner in einem Staat mit Bewohnern anderer Regionen der Ukraine zusammenleben könnten.

Wir antworten, dass wir mit ihnen in der sowjetischen Ukraine gut zusammenlebten. Und damals ergaben sich für niemand irgendwelche Fragen daraus, weil wir die sowjetische Ukraine nur als ein weiteres „Nationenpaket“ in der großen kommunistischen Idee empfunden hatten. So war es damals gewesen.

Jetzt, nach 25 Jahren vergeblicher Versuche der ukrainischen Nazis zur Schaffung eines ethnokratischen Staats machen wir uns zu Trägern der großen russischen Kultur und der nicht weniger großen sowjetischen Technik, des Bergbaus und der Metallurgie, der Zivilisation. Und sie machen sich zu ihrem erbärmlichen landwirtschaftlichen Ausblick.

Dazu ist nur eine Sache als Antwort zu sagen: „Ja, wir können dies. Aber erst, nachdem die gesamte ehemalige UdSSR (ohne Galizien natürlich, denn das kann zurück nach Polen kommen) in die Russische Föderation zurückgekehrt sein wird.

Wir denken, für eine nettes und lustiges kleines Russland wird es möglich sein, einen besonderen Status und besondere Rechte zu erstellen. Wir sind nicht Nationalisten. Wir sind mit den Imperialen verbundene Menschen. Wir sind nicht gierig. Und wir sind bereit, der gesamten Ukraine das zu geben, wozu sie durch ihre Grobheit dem Donbass gegenüber gar nicht imstande sind, ihm dies zumindest theoretisch zu geben.

… Und mehr wollen wir überhaupt nicht, als dass wir wieder zu Hause sind, in unserer russischen Heimat und Union auf dem Panzerschiff.

Wir erinnern an die Hymne.

Jelena Woroschilowa

Quellen:

http://www.novorosinform.org/articles/id/1589

http://colonelcassad.livejournal.com/2331260.html

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