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Pawel Gubarew: „Die Ukraine ist der Abklatsch eines Nazi-Staates“

Pawel Gubarew:

„Die Ukraine ist der Abklatsch eines Nazi-Staates“

von Wassilij Koltaschow interviewt
übersetzt von MATUTINSGROUP

Newsfront, 31. Juli 2015 -. 13:00 Uhr.-  

Frage: Die Ereignisse in der Ukraine, im Donbass, bleiben im Rampenlicht. Gerade scheiterte ein Aufstand, ein Putsch des „Rechten Sektors“ in Kiew. Einerseits verkündet der „Rechte Sektor“, dass er ständig gegen das verbrecherische Regime kämpft. Aber dann erklärt Jarosch auf dem Parteitag, dass sie kein intelligentes und ausreichend ausgebildetes Personal für die Machtergreifung haben. Was ist geschehen? Wie erklären wir uns dieses merkwürdige Verhalten des Führers des „Rechten Sektors“?

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Pawel: Jarosch sagte die Wahrheit. Sie haben nicht die Kader für eine Regierungsbildung. Wenn sie sie hätten, so meine ich, dann wäre ihre Revolution einfach realisiert worden. Denn es gibt keine Kraft, die dies unmöglich machen könnte.

Daher kamen sie mit Poroschenko überein, dass sie etwas Geld oder möglicherweise andere Einflußformen erhalten, um ihre Macht auszubauen. Mit der Unterstützung gewisser Einrichtungen im Ausland werden sie weiterhin eine aggressive Art einer Bandera-Organisation in der Form eines Netzwerks aufbauen.

Dies wird eines der Puzzles für die Formierung eines „ISIS“-Äquivalents, wie dieser weisse Nazi-Staat in der Ukraine. Dieselben Entwicklungsprozesse von ultraradikalen Neonazi-Kräften gibt es in Ungarn, Rumänien, Polen und den baltischen Staaten. Diese Kräfte werden natürlich und offenkundig gegen Russland gelenkt werden.

Frage: Meinen Sie damit, dass Poroschenko derzeit nicht den „Rechten Sektor“ antastet, ihn nicht allmählich säubert?

Pawel: Das wird er. Ausschliesslich aus seiner Selbsterhaltung heraus. Aber das Spiel ist zu gross und zu ambitiös, als dass da die Interessen eines Poroschenkos berücksichtigt würden, der generell ein Marionettenpräsident ist. Er ist eigentlich nur darauf aus, seine eigenen Unternehmer-Interessen zu vertreten. Auf den Rest der Gesamtsituation wirkt er zumindest nur ganz wenig ein. Denn die Ukraine ist heute ein Land, wo die Macht dem Mann mit der Maschinenpistole gehört.

Frage: Nicht dem US-Botschafter?

Pawel: Derzeit ist der US-Botschafter auf bewaffnete Männer angewiesen. Aber diese bewaffneten Männer haben auch ihre eigenen Interessen. Sie sind die Leute, die Blut gerochen haben, die das Schiesspulver des Kriegs gerochen haben,- und die in ihre Städte und Dörfer heimkehren, wo es weder Arbeit noch Erwerbsmöglichkeiten für sie gibt. Sie schliessen sich zu Banden zusammen.

Der „Rechte Sektor“ besteht faktisch zu zwei Dritteln aus Verbrechern, aus kriminellen Elementen. Aber generell, um die Lage zu steuern, ist der „Rechte Sektor“ für den US-Botschafter eines der Werkzeuge.

Ein weiteres Werkzeug für ihn ist „Asow“. Dessen Nazis sind etwas anders als die Bandera-Nazis, sagen wir das mal so. Das ist ein menschenfeindlicher Rassismus. Das sind Burschen, die die Köpfe vermessen und für die „weisse“ Rasse sind.

Die CIA-Spezialisten sind auch ein Fundament für die Tätigkeit des US-Botschafters. Sie arbeiten mit jedem von diesen Puzzles.

Frage: Wenn die Sprache auf die USA kommt,- setzt sie nicht nur auf das Militär? Es gibt auch eine bürokratische Maschinerie in der Ukraine, die sie gerade umkrempeln. Dort sitzt Saakaschwili, sind geistige Kräfte, welche Mascha Gaidar nur verstärkte. Dort wird auf Ksenja Sobtschak gehofft …

Pawel: Zur Erledigung der Aufgabe in Odessa, dort alles an die westlichen Konzerne zu verkaufen, was es gibt, ist diese Mannschaft gut …

Frage: Und im übrigen Land?

Pawel: Im übrigen Land wird auch alles ausverkauft.

Frage: Meinen Sie nicht, dass der „Rechte Sektor“ bei diesem „echten Deal“ stören wird?

Pawel: Sie sagen ihnen: „Jungs, hier sind die kleinen und mittleren Firmen bis zu dieser Grösse. Aber alles darüber hinaus fasst Ihr nicht an.“ Es wird Kräfte geben, die man ihnen in die  Hände gibt. All die kleinen Nischen werden ihnen gegeben werden.

Denken Sie daran, wie der Streit um ein Geschäft ablief, wer im Wald die Blaubeeren sammelt. Ganz einfach. Die Menschen beschiessen sich mit Granatwerfern.

Oder die Eindämmung der Schmuggler-Clans in Mukatschewo. Sie sagten dem „Rechten Sektor“: „Das ist nicht Euer Ding. Der Schmuggel ist unser Thema.“ Und sie zeigten ihnen, wessen Ding das ist.

Sie sagten: „Ihr haltet euch da raus. Pilze und Beeren für den Verkauf sammeln.“ – Aber Schmuggel, pardon, das ist eine schwerwiegendes Geschäft,  welches von schwergewichtigen Männern kontrolliert zu werden hat…

Frage: Saakaschwili hat mit US-Hilfe etwas Erfahrung in der Reorganisierung Georgiens. Er war imstande, die gesamte Korruption nicht zu beseitigen, aber zu konzentrieren, in den unteren und mittleren Etagen der georgischen Bürokratie aufzuräumen, und jegliche Geldströme unter die Kontrolle seines engsten Teams zu bekommen. So etwas will er jetzt mit der Ukraine machen. Was wird das werden?

Pawel: Das wird was werden. Denn es gibt keine Kraft, der weh getan wird. Über die Burschen vom „Rechten Sektor“ sagten wir schon, was ihre Rolle und ihre Nische ist.

Eine Rolle als Kanonenfutter, und als Nische die kleinen und mittleren Unternehmen. Wie soll man den Faktor der bewaffneten Männer überwinden? Sie sind eben das Kanonenfutter, sobald wieder beschlossen wird, den Donbass in Brand zu stecken.

Frage: Wird man sie in eine Struktur einbauen?

Pawel: So ein Einfügen wird nicht funktionieren, denn das sind keine systemangepassten Burschen. Aber gibt man ihnen etwas Futter, ein paar ausbeutbare Pfründe oder das Nischengeschäft, dann gibt es da nach meiner Meinung keine Probleme. Damit diese Burschen nicht hungern.

Frage: Kann man sagen, dass der Bürgerkrieg in der Ukraine endet oder sich abschwächt? Was geht heute vor sich?

Pawel: Es gibt einen starken Rückgang bei der Aktivität der Feuergefechte. Vor Ort findet heute der Artilleriebeschuss statt, aber massenhafte Opferzahlen gibt es natürlich bereits nicht mehr.

Ich denke, dass sich die Form der Beilegung des Konflikts durch Minsk durchsetzen wird. Aber faktisch werden wir uns nicht in die Ukraine integrieren können. Dafür gibt es eine Reihe von objektiven Gründen.

Frage: Sprechen Sie von den Volksrepubliken Donezk und Lugansk? Es kann doch durchaus geschehen, dass die Ukraine sie als unabhängigen Teil der Republik betrachtet …

Pawel: Ja.

Frage: Russland wird sie nicht übernehmen, so dass sie selbst sagen werden: „Wir sind unabhängig.“

Pawel: Ja, wie Transnistrien, dass später irgendwie anerkannt werden könnte. Hinzu kommen noch einige objektive Gründe. Erstens unsere bewaffnete Armee der Volksmilizeinheiten. Da gibt es kein Entkommen. Die Waffen werden nicht niedergelegt. Die Stellungen werden nicht verlassen. Zweitens, unser Wirtschaftssystem. Heutzutage haben wir 90% Rubel in Umlauf bei uns.

Frage: Was passierte, ist eine schleichende Ablösung der Grywna gewesen.

Pawel: Ja. Innerhalb der Finanzblockade durch die Ukraine ist kein Nachschub an Grywna in der Region mehr vorhanden gewesen. So kam es überall zu ihrer Ablösung.

Frage: Die ukrainische Propaganda besagt immer, dass wenn die Volksrepubliken Donezk und Lugansk Teil der einheitlichen Ukraine wären, das Leben sich dort verbessern würde. Wie reagiert das Volk darauf?

Pawel: Die Leute nehmen die ukrainische Propaganda nicht für bare Münze, wie sie ihnen serviert wird. Aber ich erteile der ukrainischen Propaganda natürlich keine Ratschläge. Sie malen alles in ihrer blau-gelben Soße, und das ist schon abstossend.

Frage: Warum ist Ihrer Meinung nach der Aufstand gegen das Regime in Kiew im industriellen Teil der Ukraine erfolgt?

Pawel: Das ist kein Zufall. Denn es war ein Konflikt der ideologischen Projekte. Die Konzeption bestand bei der ukrainischen Nazi-Ideologie in der Tatsache, dass wir eine große ukrainische Nation mit einer tausendjährigen Geschichte sind und mit unseren europäischen Brüdern wiedervereint sein möchten,- d.h. mit den Polen und anderen, um in einem europäischen Land unter Völkern zu leben, die gedeihen und sich Richtung Wohlstand entwickeln. Und wir sind seit tausend Jahren hier.

Aber es gibt ein paar „verfluchte Moskowiter“, die uns ständig behindern, erobern, kaputtmachen, russifizieren. Dies ist uns wesensfremd.

Das ist so eine Ideologie der Agrar-Nationalismus, sagen wir mal, des Bauern, ein bäuerlicher Nationalismus, bodenstämmig.

Wir sind erst einmal ein Volk mit einer städtischen Kultur. Zweitens ist das hier Neurussland. Wir sind ein Volk der russischen Kultur. Wir sind anders auf unsere eigene Weise, sozusagen bezüglich des Raumes, den wir Stadtbewohner haben. Wir sind die Arbeiter in den Grossbetrieben, wir sind die Mitarbeiter der großen Fabriken mit komplizierten Mechanismen der Produktion. Wir sind russischsprachig. Bei uns hat die russische Kultur ihr absolutes Gewicht.

Sie boten uns ihr Landwirtschaftsprojekt mit einem Höhlenboden-Nationalismus. Natürlich überlebte dies hier nicht. Es ereignete sich der Aufstand, denn sie kamen mit einer fremden Charta und erlegten uns die Charta von jemand anderem auf. Wir wollten nicht demgemäß leben und rebellierten.

Frage: Jazenjuk wiederholt oft, dass es mit dem Gerede über die Industrie vorbei ist und man darüber sprechen sollte, die Ukraine in der Landwirtschaft zu engagieren. Er machte diese Aussage in Kiew und in den Vereinigten Staaten, wo sie bei ihren Aufenthalten immer Geld bekommen. Wird man dieses Projekt in die derzeitige Ukraine holen?

Pawel: Nun, das ist eine Dummheit. Es gibt kein Agrarland mit einem hohen Lebensstandard und so bevölkerungsreich wie die Ukraine. Und außerdem, wer braucht die Agrarprodukte? Und nochmal, was für Produkte? Nun, Getreide kann verkauft werden. Sonnenblumenöl ist ein Produkt mit niedrigem Gewinn.

Dies ist eine absolute Utopie. Ich weiß nicht, was diese Idiotie erreicht. Aber das ist die absolut wahre ukrainische Agrar-Ideologie.

Frage: Damit ragen zwei Wirtschaftspläne für einen einzelnen Raum heraus. Ein Plan ist mit der Stadt verbunden, ist mit der Produktion, der Industrieproduktion, mit einer anspruchsvollen urbanen Kultur verbunden. Aber der andere Plan ist mit einer sehr einfachen und recht primitiven Landwirtschaft verbunden.

Pawel: Dort in der Mittel- und Westukraine ist er wahrscheinlich gut. Sie lebten.

Frage: Und in Kiew?

Pawel: Kiew lebte allein durch Geschäftspartnerschaften, die in der Region Kiew registriert sind, sowie von den gezahlten Steuern aus dem Südosten, aus Neurussland, was wir heute sind. Daher wird Kiew auch nicht autark sein. Und wenn ja, dann nehmen sie diese Ideologie auf, und wird die Ukraine sich als ein Agrarland entwickeln. Aber was würde mit der Industrie Neusslands passieren? Sie kann auch nicht für sich selbst sein. Sie muss sich auf einige Märkte stützen, und zwar heute den russischen Markt.

Frage: Warum auf den russischen Markt?

Pawel: Gut, das ist wieder ein Werkzeug im Spiel in den Händen der russischen Führung. Aber mit welcher Absicht? Der Rückkehr der Ukraine in den einheitlichen russischen Raum, die Eurasische Union. Sie will einen gewissen Teil von der russischen Führung haben.

Frage: Aber sie verstehen, dass die Ukraine in den sehr starken Klauen Europas und Amerikas ist …

Pawel: Ich meine, dass es darüber keine Illusionen gibt. Daher waren einige Zugeständnisse gemacht worden. Oder wie es Zarew sagte,- die Schliessung des Projekts „Neurussland“.

Frage: Was heisst dies, dass das Projekt „Neurussland“ geschlossen worden ist.

Pawel: Wenn wir über das Projekt „Neurussland“ als einem Staat auf dem Gebiet der ehemaligen Süd-Ost-Ukraine reden, wo russisch gesprochen wird, wo man in den Städten lebt und in der Industrie arbeitet, mit dieser Kultur sozusagen, dann ja. Vielleicht, ja.

Wenn wir über die „Neurussland“ als ein kulturhistorisches und ideologisches Projekt sprechen, ist eine Schließung nicht möglich. Und dies ist die einzige Ideologie, die wir heute diesem brutalen, menschenverachtenden, chauvinistischen Agrar-Nazismus entgegensetzen können. Wir nennen diese Ideologie „Ukrainismus“. Sie hat darüber hinaus, wie ich schon sagte, noch eine Menge an „Anti“: antirussländisch, antirussisch, Anti-Moskau, Anti-Kreml, Antiputinismus … Alle diese „Anti“ sind generell das Rückgrat dieser Ideologie. Die ganze Argumentation ist ausschließlich auf „Anti“ aufgebaut. Daher ist das ukrainische ideologische Projekt vom Wesen her einfach zu schlagen und zu vernichten.

Frage: Meinen Sie, dass die Vereinbarungen von Minsk Neurussland helfen oder gemäß Strelkows Worten schaden?

Pawel: Meine Meinung unterscheidet sich vom offiziellen Standpunkt und von den Ansichten Strelkows. Die meisten Donbass-Bewohner, und mit denen identifiziere ich mich dabei, möchten angesichts der Opfer und der Zerstörungen den Einsatz von Truppen durch Russland sehen, und binnen wenigen Tagen wäre das blutige Massaker gestoppt.

Frage: Voriges Jahr war das möglich.

Pawel: Dies ist jederzeit möglich. Aber andererseits ist klar, dass sich die Regierung Russlands auf so ein riskantes Vorgehen nicht einlassen wird. Jeder versteht, dass es objektive Gründe für diese Entscheidung gibt.

Es gibt die Haltung der Elite, und zwar in jenem Teil der Elite, welcher oft das Netzwerk der 5. Kolonne genannt wird. Dieser Eliteteil will den Konflikt und die deswegen verhängten Sanktionen minimieren. Er will sein normales Leben weiterführen: die Rohstoffe verkaufen, den Handelsprofit daraus einstreichen, um dieses Geld hinterher in ausländische Offshore-Konten zu stecken, ihre Inseln des Luxus für sich selbst, ihre Kinder … zu errichten … . Und heute sind die Vereinbarungen von Minsk das Ergebnis ihrer Arbeit.

Auf der anderen Seite ist einzuschätzen, dass die Regierung entschied, sich da nicht zu engagieren. Ich denke, dass die russische Führung sich keine Illusionen über die Stimmung in der russischen Gesellschaft macht. Denn einerseits gibt es den Chauvinismus. Aber andererseits auch das imperiale Gehabe.

Ich beziehe mich auf die Krim. Das ist ein sehr schwerwiegender Schritt gewesen, mit welchem Putin einen Großteil der Elite in einen Schock versetzte. Die gestern in der Gesellschaft die „Hurra-Patrioten“ waren, äussern sich heute entschuldigend und fragen, ob die russische Gesellschaft bereit ist, die Lasten und Kosten der Krim, des Donbass zu übernehmen, und so weiter.

Ich würde es so formulieren, dass wenn Ksenja Sobtschak beim Verlassen ihrer glamourösen Arbeit im Journalismus oder Pseudo-Journalismus und anschliessenden Gang in eine militärische Milchfabrik oder zumindest auf einen Bauernhof ihre Milchmädchenrechnung aufmacht, Russland leicht in den Konflikt verwickelt werden könnte.

Frage: Wäre Russland 2014 aktiver gewesen und hätte Russland Truppen entsendet und damit den Aufstand unterstützt, dann gäbe es wohl keine Ukraine mehr. Die Sanktionen wären dieselben, aber die Wirtschaft wäre größer gewesen.

Pawel: Ich denke, dass der Donbass etwas ist, wofür Russland bereit ist. Mehr bewältigt es nicht.

Und es ist nicht so, dass Russland den normalen Bürger Russlands bewältigen müsste, der da sagt: „Ich will dafür nicht zahlen. Ich habe etwas Lebensstandard. Hört auf damit, mir mein Geld wegzunehmen.“ Denn nach allem Geschehen kostet es das Geld der Steuerzahler. Ich würde sagen, dass die Kosten sehr hoch sind. Und dass die russische Führung entschieden hat, dass sie nicht weiter in den Konflikt hineingezogen werden darf. Mit Führung meine ich die gesamte russische Elite in ihrer gefestigten Mehrheit.

Frage: Wir sprachen über Igor Strelkow, der bei den Ereignissen im vorigen Jahr eine große Rolle spielte. Wie ist Ihr Gefühl zu ihm, seinen Handlungen, den von ihm getroffenen Entscheidungen?

Pawel: Menschen sollten nach einem objektiven Maßstab behandelt werden. Ich beendete kürzlich ein Buch mit dem Titel „Der Schrei Neurusslands“. Darin schrieb ich, dass es ohne die Ankunft von Strelkow keinen Donbass und kein Neurussland geben würde. Das ist sehr hart. Und das ist die Wahrheit.

Wie soll man einen Mann mit einem derartigen Profil behandeln, der einen solchen Kraftakt vollzog? Er ist das Salz auf der russischen Erde.

Solche Leute gibt es nur wenige. Wir müssen die Ansichten, die politischen Ansichten, die Religion, die anderen gesellschaftlichen Ansichten von den Handlungen trennen.

Der Mensch besteht aus seinen Taten. Und über Ansichten kann man sprechen, um zu klären, und zwar die Position zu klären. Das ist nicht das Wesentliche.

Die Quintessenz ist, dass dieser Mann mehr als einmal Heldentum bewiesen hat. Er ist das Salz des russischen Bodens. Ich bin sehr froh, dass das Schicksal mich in der Sache mit einem Mann wie Igor Strelkow zusammenführte.

Frage: Könnte Strelkow etwas tun, um seinen politischen Einfluss in Russland zu erhöhen, um seine öffentliche Unterstützung so zu steigern, dass die kommende Rettung Neurusslands schon da wäre? Denn ich meine, dass viele überzeugt sind davon, dass das Schicksal Neurusslands in Russland entschieden wird. Nicht so sehr im hiesigen Theater der Kriegsabläufe.

Pawel: Ich würde sagen, dass das Schicksal der gesamten Welt in Russland entschieden wird. Denn nur Russland hat eine politische Skala von Gedanken und Ideen im Weltmaßstab, die eine Alternative zum westlichen Globalismus, zur Ungerechtigkeit, zum räuberischen Wucher sein kann.

Frage: Warum sind Sie nicht Teil der Verwaltung der Republik Donezk, Republik Lugansk?

Pawel: Im Staatsapparat haben wir das Oberhaupt der Republik. Er ernennt die Minister, er setzt sie ab. Deshalb, wenn Alexander Sachartschenko mich in eine beliebige öffentliche Funktion einsetzen würde, dann würde ich zustimmen.

Frage: Frage von einem Leser: „Das Minsk-Abkommen, ist dies vielleicht eine Möglichkeit, die Ukraine in der NATO zu verhindern? Ist dies vielleicht ein wirksamer Verteidigungsplan Moskaus? Oder ist das übertrieben anzunehmen?“

Pawel: Nein. Die NATO nahm kein Land auf, wo es unvollendete militärische Konflikte gab.

Frage: Ein anderer Leser hat gefragt, ob das Minsk-Abkommen vielleicht eine zivilisierte Art und Weise für ein „Verschmelzen“ Neurusslands wäre. Das erst als geschlossen angekündigte Projekt ist noch zu beseitigen? Vielleicht so?

Pawel: Es gibt so eine Meinung. Aber ich denke, dass sie nicht ganz richtig ist. Sie berücksichtigt viele Realitäten nicht.

Wie ich bereits gesagt habe: die Armee, wo soll sie hin? Dann dieses Volk, welches in den Händen der Ukraine gelitten hat. Wir wissen nicht, wie wir mit denen, die uns töten, zusammen leben können. Dann noch die Währung. Dann noch die Handelsströme, die öffentlichen Einrichtungen. Ihre Arbeit ist nicht zufriedenstellend. Das muss organisiert werden. Und dann werden sie zufriedenstellend und gut funktionieren, hoffe ich. Deshalb können wir nicht von „Zusammenführen“ sprechen.

Ich denke, dass es so einen Druckpunkt gibt, durch den die Ukraine weiter stagnieren wird, durch den ihr die Hände bei Aktionen wie dem NATO-Beitritt oder der Einladung von internationalen Friedenstruppen und weiteren zweifelhaften und hastigen Schritten gebunden werden.

Frage: Dmitrij fragt: „Ist Ihre Vereinigung mit Strelkow im Rahmen des russischen politischen Projekts möglich, denn die russische Gesellschaft ist aktiv am Bürgerkrieg in der Ukraine beteiligt und betrachtet ihn nicht als eine fremde Sache?“

Pawel: Mit der Politik in Russland will ich mich nicht beschäftigen. Jedenfalls noch nicht.

Frage: Und Strelkow?

Pawel: Wenn der Donbass ein Teil Russlands werden wird, werden wir darüber entscheiden. Aber auch Strelkow engagiert sich schon politisch. Dennoch ist er ein Mensch nach seinen inneren Charaktereigenschaften und daher nicht ein ganzer Politiker.

Ein Politiker muss schlau, rutschig, taktisch manchmal schweigsam zu sein. Er ist nicht so ein Charakter. Ich wünsche Strelkow, wie ein Politiker erhalten zu bleiben. Und ich rate jenen, die seine politischen Vorhaben kaputtzumachen versuchen, dies nicht zu tun, weil der russische politische Raum eher politisch uninteressant ist selbst für uns, die wir genug in der Politik der Ukraine gekocht wurden.

Man muss jedes beliebiges lebendige politische Projekt einschätzen. Aber Strelkow ist das wirklich lebendige politische Projekt, welches der Sache mehr als jedem Geschäft verbunden ist.

Frage: Was passiert als nächstes in Neurussland, in der Ukraine? Was wird geschehen?

Pawel: In der Ukraine wird eine weitere Kriminalisierung der Gesellschaft laufen. Heute berichtete der Minister für Innere Angelegenheiten, dass sich das Kriminalitätsniveau um 40% im Vergleich zu 2013 Jahre verschlimmerte. Ich denke, dass die Zahlen untertrieben sind. Sie können möglicherweise mit dem Faktor 2 multipliziert werden, und dies wird irgendwie nur eine grobe Schätzung sein. Aber das ist nicht mit voller Beweislast erwiesen, weil die angestiegenen schweren Straftaten hier als Koeffizient noch eingegeben werden müssen. Daher ist dies der erste Faktor. Der zweite Faktor wird die Nazifizierung der Gesellschaft, die Verbreitung der Ideologie des Ukrainianism sein..

Frage: Wird die Gesellschaft dies akzeptieren?

Pawel: Aber wohin soll sie verschwinden? Sie wird aus Hoffnungslosigkeit akzeptieren. Das Bewusstsein ermüdet im Leisten von Widerstand.

Frage: Erwarten Sie dort nicht eine gesellschaftliche Explosion?

Pawel: Es gibt keinen Grund, irgendwelche Explosionen vorherzusagen. All die Aktivisten, die wichtigsten, sind entweder weg, haben ihre Heimatorte verlassen, oder sie sind im Gefängnis.

Frage: Und Neurussland, wie wird das sein, wie wird das überleben?

Pawel: Neurussland bleibt das kulturelle und ideologische Projekt, die historische und einzige Formel, nur eine Fahne, mit der wir gegen den Agrarhöhlen-Nationalismus kämpfen können.

Von Wassilij Koltaschow interviewt

Quelle: http://news-front.info/2015/07/31/pavel-gubarev-ukraina-gosudarstvo-nacistskogo-rozliva/

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