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Russischer Frühling

Öffnet der Balkan die Tore für Radical-Islamisten?

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übersetzt von MATUTINSGROUP

„Russischer Frühling, 22. Juni 2015 – 12:46 Uhr.Radikale Islamisten vom „Islamischen Staat“ (ISIS) behaupten, dass die Geschichte des Balkans in den letzten hundert Jahren eine solide Chronologie der Unterdrückung der Moslems genannt werden kann. Die Propaganda des ISIS gehört der sunnitischen Richtung des Islams an und verfolgt hinsichtlich der Balkanregion das Ziel, den Dschihad als einzigen Ausweg beharrlich zu inspirieren. Durch verschiedene Formen des Appellierens mit Einsatz von viel Geld haben sie laut einem Video Moslems aus Bosnien und Herzegowina, Serbien, dem Kosovo, Albanien und Mazedonien gewonnen. Davon zeugen sogar die Spitznamen der Redner in diesem Video, welche diesen Terroristen ihre Herkunftsregion zuordnen: Al-Bosnia, Al-Albani, Al-Kosovi.

DIE GLOBALE TERRORISTISCHE BEDROHUNG

Eines der Ziele der ISIS-Propaganda ist schon erreicht worden. Alle regionalen Medien vermelden Tag und Nacht , dass radikale Islamisten dem Balkan besondere Aufmerksamkeit schenken. „Derartige Information spielt den Terroristen in die Hände“, kritisiert der bosnische Politikwissenschaftler und Terrorismusexperte Vlado Asinowitsch die Journalisten. „ISIS veröffentlicht wöchentlich 200.000 Kurzmeldungen allein bei Twitter. Sie alle enthalten ähnliche Bedrohungen in verschiedenen Sprachen. Daher ist es ein Fehler zu meinen, dass ‚Islamischer Staat‘ speziell die Balkanländer im Visier hätte“, erklärt Asinowitsch in einem Interview mit der Deutschen Welle (DW). Er verbreitet die Ansicht, dass der Balkan lediglich ein günstig gelegenes Einfallstor für die Terroristen darstellt. Er hält dies vor allem den Medienprodukten und dem Ausdruck von „Hysterie“ entgegen.

Auch die deutsche Zeitung „Welt am Sonntag“ meldete, dass die radikalen Islamisten beabsichtigen, den Balkan mit zahlreichen Netzwerken zu überziehen und „eine Art von Vorbereitungsschulungen für die angehenden Dschihadisten“ anbieten würden. Der Autor behauptet, dass er entsprechende Angaben von Quellen in den Geheimdiensten erhalten hat. Die Lage wäre so alarmierend geworden, dass darüber im Parlamentsausschuss des Bundestags sowie auf dem G7-Gipfel diskutiert wurde.

„Die Bedrohung durch ISIS muss ernst genommen werden“, äusserte Philip Eidus, ein Wissenschaftler an der Fakultät für politische Wissenschaften der Universität Belgrad. Er meint, dass der „Islamische Staat“ in naher Zukunft seine Strukturen auf dem Balkan haben wird. Er fürchtet, dass die Terroristen imstande sind anzuwachsen und neue Angriffe in Europa zu starten. „Wegen seiner Instabilität könnte der Balkan eine leichte Beute sein. Die politischen Eliten sollten einsehen, dass ohne enges Zusammenwirken mit den westlichen Demokratien keine Reaktion auf die globale terroristische Bedrohung erfolgreich sein wird“, hob Eidus in einem Interview mit der „Deutschen Welle“ hervor.

„DAS IST EIN KRIEG, DEN SIE NICHT VERSTEHEN“

In Bosnien gab es bereits Angriffe mit islamischen Untertönen. Im April erschoss ein mutmasslicher Unterstützer des „Islamischen Staats“ einen Polizisten und verletzte zwei Leute in der Stadt Zvornik im Nordosten des Landes. Unklar blieb, ob seine Aktionen mit der Führung der sunnitischen Extremisten abgestimmt worden waren.

Obwohl die Meinungen der Experten über das Ausmaß der Bedrohung durch die Dschihadisten auf dem Balkan auseinandergehen, lässt sich eine Sache nicht abstreiten: In dieser Region, hat der „Islamische Staat“ viele neue Kämpfer rekrutiert. Laut Medienberichten kämpfen derzeit ca. 250 Kosovo-Albaner auf der Seite des „Islamischen Staats“, womit sie europäischer Rekordhalter sind, wenn man ihren Anteil an der Bevölkerung des Kosovo mit anderen Ländern vergleicht. Bosnien und Herzegowina stehen auch an der Spitze der Länder, aus denen sie neue Rekruten bekommen. „Zumeist sind dies junge Leute, die wirtschaftlich am Rand der Gesellschaft stehen, weder Bildung noch Erfahrung haben“, sagt Vlado Asinowitsch, der das Problem für die Berliner Zeitschrift „Atlantische Initiative“ studiert hat.

Bei all dem werden die jungen Menschen nicht nur durch die instabilen wirtschaftlichen Verhältnisse in ihren Heimatländern radikalisiert. Der Grund, um sich am „Islamischen Staat“ zu orientieren, liegt im Auffinden einer „globalen sozialen Identität“. Laut Asinowitsch: „Sie ziehen los und sind verdeckt durch die Kampfhandlungen in einem fernen Land, welches sie einst nicht mal auf der Landkarte gefunden hätten, um dort an einem Krieg teilzunehmen, den sie nicht verstehen, denn sie glauben, dass sie eine göttliche Bestimmung erfüllen.“

EINE RADIKALISIERTE MINDERHEIT

Der Belgrader politische Beobachter Eidus äussert: In den Kriegen im einstigen Jugoslawien in den 1990er Jahren verlief die Front auch entlang den religiösen Grenzen zwischen den orthodoxen Serben, den kroatischen Katholiken und den bosnischen Moslems.

In jenen Jahren kämpften die islamischen Kämpfer aus den arabischen Ländern an der Seite der bosnischen Armee. Und nach dem Friedensschluss brachten sie ihre radikale Auslegung des Islams zur Verwurzelung in der Region. Ihre Moscheen erhalten bis heute Finanzhilfe aus den Golfländern. „So eine Auslegung der Religion wird als Inspiration zur Teilnahme am Dschihad genutzt. Und obgleich die breite Mehrheit der auf dem Balkan lebenden Moslems diese antizivilisatorischen Ideen ablehnt, finden sie dennoch ihren Weg in die Köpfe von Minderheiten“, so Eidus.

Dasselbe trifft auch auf die Beschreibung der Lage im Kosovo zu, bestätigt Ismail Hasani, ein Soziologe und Theologe aus Pristina, in einem Interview mit der „Deutschen Welle“. „Einige Imame wurden im Mittleren Osten ausgebildet und predigen jetzt die nichttraditionelle Version des Islams. Aber diese radikalen Optionen stossen nicht auf fruchtbaren Boden in den Balkanländern. Ich bin sicher, dass solche Ideen schon bald der Vergangenheit angehören werden“, meinte Hasani. „Über das Leben auf dem Balkan gibt es ein Vorurteil. Es besagt, dass das Volk hier nur darauf warten würde, seine Nachbarn zu töten. Aber diese Tage sind vorbei.“ In den Nachrichtenmeldungen über die islamistische Propaganda wird ein Detail oft nicht erwähnt. Das Video richtete sich an die Moslems auf dem Balkan, wurde voriges Jahr in Szene gesetzt, und seit dieser Zeit sind viele beteiligte Kämpfer in eine andere Welt abgereist.

Quelle: http://rusvesna.su/news/1434966007

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