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US-imperialistische Globalstrategie hinter faschistischem Putsch in der Ukraine

Zur US-imperialistischen Globalstrategie hinter dem faschistischen Putsch in der Ukraine

DIE UKRAINE, VENEZUELA UND DIE ZAREN

von Eliades Acosta Matos,
kubanischer Philosoph und Publizist
(Autor von „El Apocalipsis según San George“)
übersetzt von Jens-Torsten Bohlke

Havanna, 28. März 2014, Cubadebate.-   Im Juni 1997 erlebte die Weltöffentlichkeit überraschenderweise die Vorstellung des „Projekts für ein Neues Amerikanisches Jahrhundert (Project of a New American Century -PNAC-)“. Dies ist eine Art programmatischer Erklärung und betrifft die weltpolitische Strategie der neokonservativen Kräfte der USA („neocons“). Darin werden die strategischen Grundlinien und die taktischen Spielarten aufgezeigt, um in der gesellschaftlichen Praxis weltweit den Prozess der imperialistischen Befriedung und der mit dem Fall der Berliner Mauer und der Auflösung der UDSSR vorangekommenenen Konterrevolution abzuschliessen.

Wie üblich und für die Analytiker schon langweilig geworden, verbirgt man in den Formulierungen die imperialistischen Ziele hinter Phrasen, die den bewußt unter den Bürgern der USA geschürten Ängsten vor einem Verlust der Führungsrolle der Supermacht auf dem internationalen Parkett und der Stärkung vermeintlich feindselig den USA gegenüberstehender Kräfte Rechnung tragen sollen. Im Originaltext liest sich dies folgendermassen:

„Wir, die Vereinigten Staaten, können uns nicht den verantwortungsvollen Aufgaben unserer Führungsrolle in der Welt oder den damit verbundenen Kosten entziehen, ohne uns selbst in Gefahr zu bringen … Wenn wir scheitern, dann werden wir die anderen Mächte dazu einladen, dass sie unsere grundlegenden Interessen herausfordern … Wir müssen unsere Verteidigungsausgaben erhöhen, wenn wir unserer globalen Verantwortung gerecht werden wollen. Wir müssen die Bande mit unseren demokratischen Verbündeten verstärken und die Regime niederwerfen, die unseren Interessen und unseren Werten feindselig gegenüberstehen. Wir müssen im Ausland die Sache der politischen und wirtschaftlichen Freiheit vorantreiben …“

Es geht da nicht um ein über Nacht gefertigtes Programm von ein paar verstockten Randfiguren. Sondern dies ist eine gefährliche politische Grundsatzerklärung der neokonservativen Elite in den USA und damit einer derzeit äusserst einflussreichen politischen Strömung dort, die ständig damit beschäftigt ist, die Schlüsselstellen der US-Regierung zu besetzen und dies seit dem Regierungsantritt von George W. Bush auch schaffte. Unter den Unterzeichnern der Erklärung finden sich solche Namen wie Elliot Abrams, William J. Bennet, Jeb Bush, Francis Fukuyama, Norman Podhoretz, Dan Quayle, Donald Rumsfeld und Paul Wolfowitz.

Die Ereignisse seit dem 11. September 2001 bestätigen den alarmierenden Inhalt dieser in Handlungen umgesetzten Erklärung dieser Gruppe von „Falken“. Erreicht wurde von ihnen, dass die Mehrheit der Bevölkerung in den USA und massgeblich einflussreiche Kräfte der Weltöffentlichkeit den schlimmsten „Falken“ Washingtons einen Blanko-Scheck dafür ausstellten, jede Form einer politischen Alternative oder eines Widerstandes gegen die neoliberale Weltbeherrschung, welche sich am Horizont auch nur in Konturen abzuzeichnen beginnt, niederzuknüppeln. So begann der auf unbestimmte Dauer eingeleitete „Krieg gegen den Terrorismus“. Hinter dieser imperialistischen Phrase der Neo-Konservativen verbirgt sich die imperialistische und kapitalistische Offensive zur endgültigen Vervollständigung der Herausbildung einer Unterwerfung der Welt und des Denkens unter das Diktat der Monopole und Finanzkapitalisten der USA. Es geht um nicht mehr und nicht weniger als ein absolutes Jahrtausend von DAS KAPITAL, um es mit den Worten von Karl Marx zu sagen.

Seit der Verkündung jener strategischen Programmerklärung der Neokonservativen der USA sind 13 Jahre vergangen. Den Sieg vermochten die Falken mit ihrem Grundsatzpapier nicht davon zu tragen. Nicht einmal ihre strategischen Ziele konnten sie erreichen, zumindest nicht gemäß den in jener Erklärung nachlesbaren Erwartungen von ihnen. Beim Wahlsieg von Barack Obama 2008 blieb den Falken kein anderes Mittel mehr übrig, als sich offiziell aufzulösen, um aus dem Untergrund unter der sichtbaren Oberfläche unter verschiedenen Bezeichnungen weiterhin umtriebig zu sein. Aus dem Untergrund beflügelten sie die wutschäumende Opposition reaktionärster Kräfte gegen die Regierung von Barack Obama und schlossen dabei solche taktischen Spielarten wie die Tea Party und die akademische Aufstandsbekämpfungselite in den USA in Gestalt der berüchtigten Heritage Foundation und des American Enterprise Institute mit ein.

Aus den Katakomben heraus bewirkten die Neokonservativen Schritt für Schritt, dass sich die Regierung von Obama ihrem Druck beugte. Nachdem sie ihr Kriege wie die gegen den Irak und Afghanistan auferlegt hatten, welche weder gewonnen noch verloren werden können, aber die Glaubwürdigkeit des Staatschefs untergraben sowie seine Schwächen nach aussen sichtbar werden lassen müssen, haben sie mit eiserner Zähigkeit daran gearbeitet, die Folgen des anhaltenden Wirtschaftskrieges einschliesslich der Krise und der Katastrophen von Obamacare offenzulegen. Heute kann vom Demokraten und Idealisten aus seinen ersten Zeiten namens Obama keine Rede mehr sein. Sondern Obama ist heute ein kaltherziger Herrscher, welcher Tag für Tag seines möglichen Überlebens als Ehrenbürger bei all seinen sozusagen nicht gerade ethisch vertretbaren Machenschaften zählt.

Dieser Obama ist der Obama des Drohnenkriegs. Obama kam einst zu der Schlussfolgerung, dass man nicht weiterhin das traurige Drama eines unermüdlichen Anschwemmens von Särgen an den Küsten des Landes zulassen könnte. Den Marinestützpunkt Guantanamo Bay hat er bisher entgegen seinen einstigen Worten nicht geschlossen. Er ermöglichte die Söldnerinvasion gegen Libyen und das Lynchen von Gaddafi. Er bewilligte die Mittel für das blutige Gemetzel der reaktionären Kräfte in Syrien und schloss Al-Quaida dabei ein, nur um ein Land zu zerstören und die Hälfte seiner Einwohner zu massakrieren und dadurch den Mittleren Osten für Israel und die USA selbst gefügig zu machen. Obama finanziert, organisiert, führt und schützt die üble Kanaille der venezolanischen reaktionären Kräfte in ihren Bestrebungen, die Bolivarische Revolution zu zerschlagen und die in Gang gekommenen regionalen Integrationsprozesse zu stoppen.

Die ganze kapitalistische Logik der Rentabilität bei den Kapitalinvestitionen kommt darin zum Vorschein, wie die US-Regierung mit ihrem Komödianten Obama an der Spitze es bewältigt hat, Verrat an sich selbst und den eigenen Wahlversprechen zu üben, sich dem Druck und den Schlägen ihrer neokonservativen Gegenspieler zu beugen. Dies erklärt den Übergang von den taktischen Kriegen und unaufhörlichen Invasionen unter dem Zar George W. Bush zu den Drohnenkriegen und Bürgerkriegsszenarien des Zars Obama.

Was sich vor unser aller Augen da in der Barbarei in Libyen, Syrien und Venezuela abspielt, sind die Spielarten derselben äusserst aggressiven US-imperialistischen Globalstrategie, die die der Führungsrolle des US-Imperialismus in der Welt zugefügte Beschädigung anpacken soll und gleichzeitig die Erreichung der strategischen Ziele des US-Imperialismus gewährleisten soll. Und dies sind dieselben, wie sie im „Projekt für ein Neues Amerikanisches Jahrhundert (Project of a New American Century -PNAC-)“ herausgearbeitet worden waren, d.h. vor 17 Jahren vorgegeben worden sind. Obama ist einfach nur der Nachäffer oder mit Diplom präsentable Butler dieser neokonservativen Visionäre, welche wie einst Hitler von einem tausendjährigen Imperium und dessen unanfechtbarer Herrschaft über die Welt träumen.

Ein Beispiel dafür, was die Menschheit zu erwarten hat, wenn sich diese Wunschträume weiterhin in Aktionspläne und Handlungen der imperialistischen Führungsmacht USA und der von ihr beherrschten imperialistischen Machtblöcke umsetzen, spielt sich vor aller Augen in der Ukraine mit der Machtübernahme durch ein putschendes faschistisches Vasallenregime gerade ab: Gemetzel, Kreuzzüge, Lynchjagden auf Kommunisten, brennende Synagogen, zerstörte antifaschistische Denkmäler, usw.

Der unaufhörliche Krieg gegen die Bolivarische Revolution in Venezuela und den dortigen Präsidenten Maduro ist mal gerade ein Meilenstein auf diesem Pilgerzug der Niedertracht. Es ist die Rede von 5 Milliarden Dollars, welche der US-Imperialismus in Gestalt der Regierung Obama aus dem dortigen Staatshaushalt einsetzt, um ein ganzes Land für den aufkommenden europäischen Faschismus einzukaufen. Ähnliche Summen dürften verdeckt für die Anwerbung und Ausrüstung der dort eingesetzten bewaffneten imperialistischen Söldnertrupps eingesetzt worden sein, dem Kauf der Öffentlichkeit durch Zuwendungen an die Reporter und Kommentatoren bei CNN und den einflussreichsten Medien zugeflossen sein, darunter auch jene Schmierenkomödianten um Emilio Stefan und die Schmierenjournaille um Carlos Alberto Montaner.

Die reaktionäre Globalpolitik richtet sich auf eine neue Etappe in den imperialistischen Planungen zur Erreichung derselben Ziele wie 1997. Sie haben nur die Farbe der Gesichtshaut ihrer politischen Gallionsfigur, des Zaren, sowie die von ihm zur Bezwingung der Welt anzuwendenden Methoden ausgewechselt.

Was für widerwärtige Zaren! Was für ein widerwärtiges kapitalistisches System! Was für widerwärtige Nachahmer! Aber: Sie werden nicht durchkommen. No pasarán!

Grafik: „Entwurf für Neues Amerikanisches Jahrhundert (New American Century -PNAC-)

Quelle:
http://www.cubadebate.cu/opinion/2014/02/28/ucrania-venezuela-y-los-zares/#.UxLkI869UXw

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